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Tag der offenen Apotheke 
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»Der Funke muss überspringen«

Viele Apotheken finden kaum noch Personal oder müssen schließen, weil es keinen Nachfolger gibt. In Mecklenburg-Vorpommern geht man daher besondere Wege, um den Nachwuchs für Apothekenberufe zu begeistern. Am Mittwoch öffneten zahlreiche Offizinen ihre Türen für Schülerinnen und Schüler. Die PZ hat eine der Apotheken in Ueckermünde besucht. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 18.07.2025  16:20 Uhr

Vom Praktikanten zum PKA 

Für die Adler Apotheke zahlt sich das Engagement bereits aus. Am »Tag der offenen Apotheke« waren die Schüler Isabelle Mundt und Bohdan Flusov in der Offizin zu Gast. Isabelle Mundt ist dabei nicht nur für einen Tag in der Apotheke, sondern absolviert gleich ein zweiwöchiges Praktikum. Nach ihrem Abitur kann sie sich durchaus vorstellen, einen Apothekenberuf zu ergreifen. »Es gefällt mir, dass man so viel Abwechslung hat, ich mache jeden Tag etwas anderes«, erzählt die Abiturientin. 

Bohdan Flusov ist schon einen Schritt weiter. Im August beginnt er in der Adler Apotheke eine Ausbildung zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA). »Eigentlich habe ich hier nur ein normales Schülerpraktikum gemacht, aber es hat mir sehr gut gefallen und als mir eine Ausbildung angeboten wurde, konnte ich nicht nein sagen«, berichtet der Schüler. 

Die Jugendlichen erhalten in der Adler Apotheke den vollen Einblick und lernen beispielsweise die Lagerhaltung und die Computersysteme kennen. Isabelle Mundt besucht den Kunst-Leistungskurs ihrer Schule und konnte ihre kreativen Fähigkeiten dazu nutzen, das Schaufenster der Apotheke neu zu gestalten. Am Mittwoch fertigten die beiden Schüler außerdem eine Handcreme im Labor an. »Die ist für meine Großmutter, die freut sich bestimmt«, erzählt Isabelle Mundt.

Begeisterung wecken

»Wir Apotheker müssen selbst vor Ort aktiv werden und am besten Leute aus der Region für die Region gewinnen«, erklärt Susann Rösel-Jacobasch. Die Apothekerin ist davon überzeugt, dass auch ländliche Regionen für junge Leute attraktiv sein können. Diese würden die Vorzüge von Kleinstädten und Dörfern oft gar nicht kennen. »Ich würde mir wünschen, dass mehr Pharmazeuten im Praktikum aufs Land gehen. Das sollte gezielt gefördert werden, zum Beispiel indem man die Studenten bei der Wohnungssuche und den Kosten unterstützt«, sagt die Approbierte. 

»Man muss den Funken überspringen lassen«, betont Rösel-Jacobasch. Apotheken sollten angesichts des Fachkräftemangels keineswegs resignieren, sondern selbst aktiv werden. Daher steht für Susann Rösel-Jacobasch jetzt schon fest, dass die Schülerinnen und Schüler der Region auch im nächsten Jahr ihre Apotheke besuchen werden. 

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