Pharmazeutische Zeitung online
Infekt oder Influenza

Der feine Unterschied

Gar nicht so einfach: Hat der Patient eine fiebrige Erkältung oder eine Influenza? Die Grenzen sind mitunter fließend. Folgende Unterscheidungen helfen. Unsere Grafik listet die wichtigsten Unterschiede in der Symptomatik auf.
Elke Wolf
06.11.2019
Datenschutz bei der PZ

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Patient eine echte Grippe zugezogen hat, ist hoch, wenn er über rasch aufgetretenes Fieber von über 38,5 °C klagt, wenn er intensiven Husten, starke Kopf- und Gliederschmerzen hat, wenn ihn Schnupfen so gut wie gar nicht heimsucht und wenn er ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit großer Abgeschlagenheit schildert.

Vorsicht bei Senioren: Bei ihnen verläuft eine Influenza oft untypisch mit schleppendem Krankheitsbeginn und fehlendem Fieber. Die red flags, die dagegen bei ihnen auf eine Grippe hindeuten, sind akute Verwirrtheit und allgemeine Schwäche.

Auch die Information über häufige Influenza-Fälle in der Region spricht für den Influenza-Verdacht. Dazu bedient man sich am besten beim Influenza-Warnsystem des Robert-Koch-Instituts, das die Arbeitsgemeinschaft Influenza laufend aktualisiert. Eine Deutschlandkarte zeigt die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen an. Gelb und rot gefärbte Regionen stehen für eine erhöhte Influenza-Aktivität. Bei oben genannten Symptomen plus einer erhöhten regionalen Influenza-Aktivität hat der Patient mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine echte Grippe. Auch der Influenza-Schnelltest beim Arzt erreicht eine Sensitivität von 80 Prozent. Der frühzeitige Einsatz von Neuraminidasehemmern hat sich in der Praxis nicht bewährt.

Mehr von Avoxa