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125 Jahre Stada

Der Erfolg begann mit einer guten Idee

Mit einer Initiative von Apothekern begann vor 125 Jahren die Erfolgsgeschichte von Stada. Eine Gruppe von Pharmazeuten schloss sich zu einer Genossenschaft zusammen, um gemeinsam Arzneimittel zu produzieren und zu vermarkten.
Ulrike Abel-Wanek
22.10.2020  10:30 Uhr

Pharmazie-Historiker datieren die Geburtsstunde von Stada auf den 14. März 1895. In Dresden gründete sich ein Apothekerverein mit dem Ziel, eigene und qualitativ hochwertige Präparate zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung unter möglichst wirtschaftlichen Bedingungen herzustellen. Der wachsende Wunsch von Pharmazeuten zur Zusammenarbeit führte auch in Städten wie Berlin, Darmstadt und Würzburg zur Gründung weiterer Apothekervereine. Die Gemeinschaftspräparate wurden zunächst in sehr kleinem Kreis in den beteiligten Apotheken hergestellt. Ab 1903 regelte der seit 1872 bestehende Deutsche Apothekerverein die Selbstherstellung von pharmazeutischen Spezialitäten, fünf Jahre später wurde das »Spezialitätenunternehmen« des Deutschen Apothekervereins aus der Taufe gehoben. Damit hielten Standards in die Arzneimittelproduktion Einzug wie die Herstellung nach identischen Vorschriften und eine einheitliche Konfektionierung sowie Preisgestaltung.

Mit der Machtergreifung im Deutschen Reich durch die Nationalsozialisten 1933 und der politischen Gleichschaltung vollzog sich auch die Gleichschaltung des Berufsstandes. Der Deutsche Apothekerverein wurde umgewandelt in die Standesgemeinschaft Deutscher Apotheker (St.D.A.) – und erst 1953 neu ins Vereinsregister eingetragen. Das Kürzel »St.D.A.« etablierte sich ab 1935 als »Stada« zum Verbandszeichen und wurde zum Oberbegriff für alle nach einheitlichen Rezepturen in Apotheken hergestellten Präparate.

Während des Zweiten Weltkriegs trieb die Stada so gut es ging ihre Aktivitäten voran. Im Vordergrund stand die Rückgewinnung der Rezeptur verbunden mit der wissenschaftlichen Aufwertung der Apotheke. Im neu eingerichteten »Institut für Arzneimittel« im Hygiene-Museum in Dresden wurden neben der laufenden Überprüfung von Präparaten neue Vorschriften und Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln und Rezepturen ausgearbeitet. Eine in München eröffnete Geschäftsstelle von Stada fiel 1944 dem Bombenkrieg zum Opfer und wurde nach Halle an der Saale verlegt, wo die Arbeit mit Kriegsende aber eingestellt werden musste.

Nach dem Krieg nahm Stada 1948 an zwei verschiedenen Standorten die Arbeit wieder auf. Im Fokus der neu gegründeten »Stada-Nord« in Essen und »Stada-Süd« in Tübingen standen Produkte zur Selbstmedikation. Die beiden Genossenschaften verschmolzen 1954 zu einem Unternehmen, der »Stada, Standardpräparate Deutscher Apotheken«, das nach Frankfurt am Main verlegt wurde. Es erfolgte die Eintragung des Warenzeichens »Stada«. Drei Jahre später stand, zunächst für Verwaltung und Lager, ein erneuter Umzug nach Bad Vilbel vor die Tore Frankfurts an. Noch heute befindet sich dort die Zentrale der Stada Arzneimittel AG. Bis 1961 wurden Stada-Arzneimittel ausschließlich in Apotheken gefertigt. Mit einem Beschluss der Vertreterversammlung durfte danach auch in Bad Vilbel produziert werden, wo sich inzwischen ein moderner Arzneimittelbetrieb entwickelt hatte. Um mehr Kapital zu generieren, wechselte das Unternehmen 1970 die Rechtsform und aus der Genossenschaft wurde eine Aktiengesellschaft, die ihre Anteilsscheine aber ausschließlich an Apotheker ausgab. Stada war auf Expansionskurs, gründete 1971 die Firmen Niddapharm und Stadapharm und kauft das Uzara-Werk. Vier Jahre später begann der Einstieg ins Generika-Geschäft als Ergänzung zum bis dahin dominierenden OTC-Sortiment. Einer der großen Erfolge war der Blutdrucksenker Nifedipin.

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