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ABDA-Hauptgeschäftsführer Schmitz

»Das E-Rezept gehört in die öffentliche Apotheke«

Im Hinblick auf die Veränderung im Gesundheitswesen durch die Pandemie unterstrich Schmitz in seiner Rede, in der Krise sei deutlich geworden, dass fachliche Belange stärkeres Gehör finden. Mit dem Ziel, die Bevölkerung vor schweren gesundheitlichen Schäden zu schützen, haben die verschiedenen Berufsgruppen und Verbände verstärkt zusammengearbeitet. Diese Zusammenarbeit und der Stellenwert einer sachbezogenen Argumentation, die sich auf die Versorgung von Patienten konzentriert, seien gestiegen und darauf könne auch nach der Pandemie aufgebaut werden, so Schmitz.

Apotheken vor Ort hätten zudem gezeigt, dass die dezentrale und oft kritisierte »kleinteilige Struktur des Apothekensystems« beispielsweise bei der Herstellung und Beschaffung von Desinfektionsmitteln erfolgreich war. »Ein zentrales System hätte dabei vollständig versagt.«

Und zu den politischen Prozessen erklärte Schmitz: Die Zahl und Geschwindigkeit der Gesetze und Rechtsverordnungen in den vergangenen Monaten war einzigartig hoch. Auf Dauer würde diese Praxis aber die demokratische Legitimation von Entscheidungsprozessen verengen und sei nicht mit einer angemessenen Interessensvertretung vereinbar – die ABDA hatte oftmals nur wenig Zeit zu geplanten Gesetzesvorhaben Stellung zu nehmen. Allerdings hofft Schmitz, dass Probleme, bei denen Lösungen ohne widerstreitende Interessen auf der Hand liegen, auch nach der Krise durch ein schnelles Gesetzgebungsverfahren durch Parlament und Regierung gelöst werden.

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