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Altern auf Zellebene
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Das Blutproteom sagt Krankheit und Mortalität vorher

Unser Organismus altert nicht synchron. Organbasierte Alterungsuhren haben bereits gezeigt, dass verschiedene Organe unterschiedlich schnell altern. Allerdings fehlte bislang ein skalierbarer Ansatz zur Untersuchung von Alterungsprozessen auf zellulärer Ebene beim Menschen. Diese Lücke schließt nun eine neue Studie von Forschenden der Stanford University.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 18.06.2026  15:00 Uhr

Mortalitätsvorhersage anhand der Alterungsuhren

Auch Mortalitätsvorhersagen ließen sich aus den individuellen Alterungsuhren ableiten. Hier zeigte sich, dass sowohl die Art der betroffenen Zelltypen als auch die kumulative Belastung durch beschleunigte Alterung entscheidend sind.

Die stärksten Zusammenhänge mit der Gesamtsterblichkeit fanden die Forschenden für Muskelzellen, vor allem Skelettmuskelzellen, Neuronen und Fibroblasten. Personen mit mehr als 20 extrem gealterten Zelltypen wiesen nach 15 Jahren nur noch eine Überlebenswahrscheinlichkeit von etwa 34 Prozent auf, während diese bei Personen ohne ausgeprägte zelluläre Alterung bei rund 90 Prozent lag.

Aus diesen Informationen entwickelte das Team einen »Polycellular Aging Risk Score« (PARS), der Mortalitätsrisiken plattformübergreifend und kohortenunabhängig zuverlässig stratifizieren konnte.

Zusammenfassend lässt sich resümieren, dass die Studie einen der bislang umfassendsten Nachweise dafür liefert, dass sich biologische Alterung auf Ebene einzelner Zelltypen aus einer einfachen Blutprobe quantifizieren lässt. Die Ergebnisse unterstützen die Vorstellung, dass altersassoziierte Erkrankungen nicht nur organ-, sondern auch zelltypspezifische Prozesse widerspiegeln.

Gleichzeitig eröffnet der Ansatz neue Möglichkeiten für die Früherkennung von Erkrankungen, die Identifikation besonders gefährdeter Zellpopulationen sowie die Entwicklung gezielter Präventions- und Interventionsstrategien.

Allerdings betonen die Forschenden auch, dass die Modelle bislang überwiegend in älteren, überwiegend kaukasischen Populationen validiert wurden und dass weitere Untersuchungen in jüngeren und ethnisch diverseren Kohorten erforderlich sind, um einen breiten Einsatz des Modells zu rechtfertigen.

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