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Nasdaq Start

Curevac Aktie legt am ersten Tag 3,5-fach zu

Die Forschung an einem Corona-Impfstoff ist teuer. Auf der Suche nach frischem Kapital wenden sich die Unternehmen auch an die Börse. Bei der deutschen Biotech-Firma Curevac haben Anleger in  den USA die Chance ergriffen, bei einem der Hoffnungsträger einzusteigen. Damit werden nun zehn Prozent der Unternehmensanteile an der US-Börse gehandelt.
dpa/PZ
17.08.2020  12:30 Uhr

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac, das an einem Corona-Impfstoff arbeitet, ist mit einem fulminanten Preissprung an der Börse in New York gestartet. Schon der erste Kurs lag mit 44 Dollar weit über dem Ausgabepreis der Aktie von 16 Dollar. Zum Handelsschluss stand die Aktie dann schon bei 55,90 Dollar - und im nachbörslichen Handel ging der Kursanstieg weiter.

Curevac erlöste bei der Aktienplatzierung mehr als 200 Millionen Dollar. Der Hauptinvestor von Curevac, SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, wird nach dem Börsengang mit einem Anteil knapp unter 50 Prozent die Kontrolle behalten. Ein zentrales Ziel des Börsengangs ist, Geld für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs einzusammeln. Aus dem Erlös werden dafür rund 150 Millionen Dollar (knapp 130 Millionen Euro) veranschlagt. Mit weiteren 50 Millionen Dollar soll die kurzfristige Produktionskapazität für das Mittel ausgebaut werden.

Curevac ist bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 einer von mehreren Hoffnungsträgern weltweit - und nicht der einzige, der dafür frisches Geld an der Börse hebt. Am Donnerstag startete die bereits in Hongkong notierte Aktie der chinesischen Firma Cansino zusätzlich in Shanghai - und der Kurs verdoppelte sich zeitweise.

Curevac US-Börsengang bringt 250 Millionen Dollar

Der Börsengang von Curevac an der Technologiebörse Nasdaq ist brutto rund 250 Millionen Dollar schwer. Hopp kauft zusätzlich Aktien für 100 Millionen Dollar. Curevac wurde die zunächst 13,3 Millionen Anteilsscheine für jeweils 16 Dollar los - am oberen Ende der veranschlagten Preisspanne. Die Platzierung war zwölffach überzeichnet. Finanzchef Pierre Kemula betonte, dass mit dem Börsengang der Bedarf an frischem Kapital noch lange nicht gedeckt sei. «Wir werden uns immer nach zusätzlichen Finanzierungsquellen umsehen», sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Freitag.

Als Biotech-Firma ohne signifikante Umsätze sei Curevac das gewohnt. Curevac verbuchte im vergangenen Jahr einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro bei rund 17,5 Millionen Euro Umsatz. Der Corona-Impfstoff von Curevac ist derzeit in der Phase-I-Testphase, deren Ergebnisse im Schlussquartal dieses Jahres vorliegen sollen. Aktuell testet Curevac das Mittel hauptsächlich in Europa, in Phase II mit 20.000 bis 30.000 Personen will die Firma auch nach Südamerika, Afrika und Asien gehen. Es ist geplant, diese größere Testreihe Mitte 2021 abzuschließen. Dann könnte es auch in einigen Ländern außerordentliche Genehmigungen geben, den Impfstoff zu verabreichen.

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