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Bayern

CSU hält an Rx-Versandverbot fest

Ungeachtet der Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht sich die CSU nach wie vor für das Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel aus. Das geht aus einer Mitteilung der Landtagsfraktion hervor. Demnach sind Apotheken nicht nur Medikamenten-Verkaufsstellen, sondern niedrigschwellige Ansprechpartner für viele gesundheitliche Probleme.
Jennifer Evans
14.01.2019
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Die CSU will die Versorgung durch die Apotheke vor Ort stärken und hält daher an einem Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel fest. Das machte der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Bernhard Seidenath, nun im Vorfeld der ABDA-Mitgliederversammlung deutlich. Er betonte außerdem, dass er die »gegenläufige Gedankenspiele« seitens des Bundesgesundheitsministeriums ablehne. Schließlich bedeute Arzneimittelsicherheit auch Patientensicherheit. Aus dem Grund müsse die gute Versorgung, die Apotheken durch ihren Nacht- und Notdienst, persönliche Beratung, Notfallversorgung und Arzneimittelherstellung leisteten, unbedingt erhalten bleiben, so Seidenath.

Zum Hintergrund: Seit 2016 dürfen Versender mit Sitz im EU-Ausland ihren Kunden Rabatte auf Rx-Medikamente anbieten, während deutsche Apotheken sich weiter an die hierzulande geltende Preisbindung halten müssen. Ein entsprechendes Versandverbot für verschreibungspflichtige Präparate könnte die derzeitige Schieflage im Apothekenmarkt korrigieren. Eigentlich gibt es auch einen Passus im Koalitionsvertrag zu diesem Thema. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält das Verbot für nicht mehr zeitgemäß, um der Schieflage Rechnung zu tragen. Stattdessen plant er, dass Apotheken künftig andere Dienstleistungen übernehmen sollen und dafür entsprechend vergütet werden. Gleichzeitig will er den EU-Versendern weiterhin ein Recht auf Boni gewähren und zwar bis zu einer Höhe von 2,50 Euro.

Manuel Westphal (CSU), der im bayerischen Gesundheits- und Pflegeausschuss für das Thema Apotheken zuständig ist, bekräftigt die Position seiner Partei. »Die CSU hat sich immer klar für das Versandhandelsverbot positioniert und tut dies weiterhin. Wir brauchen auch künftig die Apotheken vor Ort als wichtige Daseins-Dienstleister für eine wohnortnahe Arzneimittelversorgung.« Nicht ohne Grund existiere das Verbot in mehr als zwei Drittel aller EU-Staaten, hebt die Fraktion hervor. 

»Es darf uns nicht kalt lassen, dass ein Drittel der Apotheken in ihrer Existenz bedroht werden, wenn der Versandhandel käme«, sagt Seidenath. Daher beteilige man sich gerne am Dialog, heißt es.

Am kommenden Donnerstag werden sich die Apotheker bei der ABDA-Mitgliederversammlung in Berlin zu den Vorschlägen des Gesundheitsministers positionieren.

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