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Gesundheitsminister

Coronavirus-Tests für alle Urlauber

Alle Reisenden sollen sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Das soll an Flug- und Seehäfen geschehen, aber auch in ihren Heimatorten. Diesen Beschluss fasste heute die Gesundheitsminister von Bund und Ländern während einer Videoschaltkonferenz.
PZ/dpa
24.07.2020  17:50 Uhr

An Flug- und Seehäfen werden demnach Testzentren eingerichtet. Menschen, die aus Staaten mit hohem Infektionsrisiko nach Deutschland zurückkommen, sogenannten Risikogebieten, sollen sich dort testen lassen. Wer keinen negativen Test hat, muss - wie bisher schon - für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Weltweit sind auf Basis der wissenschaftlichen Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit rund 130 Staaten als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das betrifft etwa die Türkei, Israel oder die USA

Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test nach Rückkehr soll es zunächst nicht geben. Doch das werde geprüft, hieß es im Beschlusspapier der Minister, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Faktisch ist demnach aber zumindest jeder Reisende aus einem Risikogebiet zum Test verpflichtet, will er eine Quarantäne vermeiden. Das soll auch für Rückkehrer gelten, die mit Auto, Bus oder Bahn aus Risikoländern einreisen.

Für alle Urlauber sind die Tests kostenlos

«Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich innerhalb von 72 Stunden testen lassen», sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Berlins Ressortchefin Dilek Kalayci (SPD). «Allerdings nicht in den Flughäfen.» In Frage kommen dafür etwa Arztpraxen oder Gesundheitsämter. Wichtig für alle Reisenden: Die Tests sind für sie in jedem Fall kostenlos, auch wenn es vorher keine Anhaltspunkte auf eine Corona-Infektion gab. Nahezu die komplette EU und einige andere europäische Staaten wie die Schweiz gehören nicht zu den Risikogebieten

Auch nach einem negativen Corona-Test sollen Reiserückkehrer aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Infektionsschutz achten. «Ein Test ist kein Freifahrschein, sondern immer nur eine Momentaufnahme», sagte Spahn am Freitag in Berlin und ergänzt: «Vernünftiges Verhalten und Wachsamkeit bleiben unverzichtbar.»

Der Gesundheitsminister betonte: «Die aktuellen Infektionszahlen zeigen einmal mehr: Wir sind noch mitten drin in der Corona-Pandemie.» Der zunehmende Reiseverkehr erhöhe das Risiko, dass wieder mehr Infektionen nach Deutschland hineingetragen werden. «Daher wird der Bund die Nationale Teststrategie so ergänzen, dass sich alle Reiserückkehrer binnen drei Tagen nach Einreise testen lassen können.»

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