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Impfstoff-Testung

Coronavirus-Stämme für Challenge-Studien

Wie Reuters berichtet, denken momentan die Firmen Moderna/NIAID und BioNTech/Fosun Pharma/Pfizer nicht daran, eine Teststrategie unter Einschluss von Challenge-Studien in Betracht zu ziehen. Andere Hersteller von Impfstoffkandidaten, darunter auch die University of Oxford/AstraZeneca sowie Johnson & Johnson, haben angekündigt, dass sie bei Bedarf Challenge-Studien am Menschen in Betracht ziehen würden, um ihre Covid-19-Impfstofflkandidaten zu testen.

Genau für einen solchen Fall entwickelt nun das NIAID einen geeigneten Virusstamm sowie ein klinisches Protokoll, die beide für die Durchführung solcher Studien erforderlich wären. Kleinere Studien könnten in kleinen Isolationseinheiten durchgeführt werden, um das Virus zu kontrollieren. Wären größere Challenge-Studien mit etwa 100 Personen notwendig, müssten diese an mehreren Orten durchgeführt werden, was monatelange Vorbereitungen zur Koordinierung erforderlich machen würde.

Anfang letzter Woche hatte Johan Van Hoof, der globale Leiter für Impfstoffe bei Johnson & Johnson, Reuters in einem Interview bestätigt, dass man weltweit Vorbereitungen für solche Studien treffe. Dr. Anna Durbin, eine Impfstoffforscherin an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, die bereits mehrere Challenge-Studien geleitet hat, schätzt, dass es neun bis zwölf Monate dauern könnte, um einen menschlichen Challenge-Versuch vorzubereiten und weitere sechs Monate, um die Tests an mehreren Teststandorten zu koordinieren.

Das NIAID favorisiert nach wie vor natürliche Feldversuche zur Evaluierung von SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten. Andererseits kann das Institut auch nicht ausschließen, dass spätere Generationen von Impfstoffen oder Behandlungsregimen zur Testung auf Wirksamkeit auf Challenge-Studien angewiesen sein könnten.

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