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Europäische Impfwoche

Coronavirus-Pandemie zeigt Bedeutung von Impfungen

Angesichts der Coronavirus-Pandemie hebt die ABDA hervor, wie wichtig es ist, Impfstoffe gegen gefährliche Erreger zu haben. Ziel muss es demnach aber sein, generell die Impfquote in der Bevölkerung dauerhaft zu erhöhen.
PZ/ABDA
17.04.2020
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Während Wissenschaftler inmitten der Pandemie nach einem wirksamen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus suchen, zeigt sich einmal mehr, dass bewährte Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Grippe oder FSME nicht oft genug in der Prävention angewandt werden, um vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Senioren oder chronisch kranke Menschen ausreichend zu schützen. »Jede Impfung zählt«, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zu Beginn der Europäischen Impfwoche (20.-26. April 2020).

»Wer seine Kinder und sich selbst gegen Masern und andere gefährliche Infektionskrankheiten impfen lässt, schützt nicht nur seine eigene Familie, sondern letztlich auch die gesamte Bevölkerung vor Infektionen. Gerade während der Corona-Pandemie werden wir alle daran erinnert, wie gut es ist, bewährte Impfstoffe gegen gefährliche Erreger zu haben. Unser Ziel muss es sein, eine dauerhaft hohe Impfquote bei allen Ziel- und Altersgruppen zu erreichen.« Arnold weiter: »Die Apotheken stehen als Partner für Informationen zum Impfen bereit – natürlich auch telefonisch.«

Influenza-Impfungen auch in der Apotheke möglich

Insgesamt nimmt die Impfbereitschaft in Deutschland leicht zu. 2019 sind die Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe um 16,4 Prozent auf rund 1,50 Milliarden Euro gestiegen. In Deutschland gehören Schutzimpfungen seit 2007 zum Pflichtleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Seit 1. März 2020 müssen alle Kinder ab dem ersten Geburtstag beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen. Das Masernschutzgesetz ermöglicht auch Apothekern, in Modellprojekten künftig gegen Grippe (Influenza) zu impfen, um über Ärzte nicht erreichbare Bevölkerungsgruppen zu versorgen.

Angesichts aktueller Lieferengpässe beim Impfstoff gegen Pneumokokken empfiehlt die STIKO, den Corona-Risikogruppen bei der Impfung den Vorrang einzuräumen. Dazu zählen Patienten mit Immundefizienz oder chronischen Atemwegserkrankungen sowie Menschen ab 70 Jahren. Ein milder Winter und Frühjahrstemperaturen erhöhen derweil die Gefahr von Zeckenbissen, durch die die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) häufig übertragen wird. Ein Schnellschutz kann durch zwei FSME-Impfungen im Abstand von 14 Tagen aufgebaut werden, aber auch die dreigliedrige Impfung sollte je nach Lebensalter alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

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