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Statistisches Bundesamt

Corona-Pandemie führt zu Übersterblichkeit

Im Jahr 2020 sind 5 Prozent mehr Menschen gestorben als im Jahr 2019. In den ersten zwölf Monaten der Pandemie ist die Übersterblichkeit sogar noch höher. Diese Entwicklung ist auf die Pandemie zurückzuführen, erklärte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden.
PZ
10.12.2021  07:00 Uhr

Die Coronavirus-Pandemie hat in den vergangenen Monaten zu einer Übersterblichkeit geführt. Das bedeutet, dass mehr Menschen während den vergangenen Corona-Wellen gestorben sind, als sonst zu erwarten gewesen wäre. Das erklärte am Donnerstag das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden. Das Amt hat dafür die Sterbefallstatistik im bisherigen Pandemieverlauf ausgewertet.

Die erhöhte Sterblichkeit zeigt sich sowohl für die Betrachtung des Kalenderjahrs 2020 als auch für die ersten zwölf Monate seit Pandemiebeginn von März 2020 bis Februar 2021. Insgesamt starben 2020 bundesweit rund 985.600 Menschen, das waren 5 Prozent (46.000) Todesfälle mehr als im Jahr 2019. Aufgrund der Alterung der Bevölkerung wäre ein Anstieg von etwa zwei Prozent zu erwarten gewesen, so Destatis. Schaut man sich die ersten zwölf Monate der Pandemie an (März 2020 bis Februar 2021) starben sogar 7,5 Prozent (fast 71.000 Menschen) mehr als in den zwölf Monaten davor.

Ab Februar 2021 lag die Sterbefallzahl aufgrund der fast ausgebliebenen Grippe-Welle im Winter 2020/2021 zunächst unter dem mittleren Wert der vier Vorjahre. Im Zuge der dritten Corona-Welle stieg sie allerdings wieder über den Vergleichswert. Seit Anfang September 2021 ist wieder eine deutliche Übersterblichkeit zu beobachten, so das Statistische Bundesamt. Dieser Anstieg habe aber vermutlich mehrere Gründe und lasse sich nur zum Teil mit den Covid-19-Todesfällen erklären.

»Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre. Der Anstieg der Sterbefallzahlen ist nicht allein durch die Alterung der Bevölkerung erklärbar, sondern maßgeblich durch die Pandemie beeinflusst«, sagte Christoph Unger, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes.

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