Eine der ersten offiziellen Amtshandlungen des neuen Premiers war ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump (Republikanische Partei). Unter Starmer war das Verhältnis der Downing Street zum Weißen Haus merklich abgekühlt, was vor allem an Trump lag. Auf Truth Social versicherte der US-Präsident nun, das Gespräch mit Burnham sei »sehr gut« verlaufen. »Der Premierminister hat eine große Aufgabe vor sich, aber er wird sie meistern können, und natürlich werden die USA ihm dabei zur Seite stehen!«
In einer Mitteilung der Downing Street zu dem Telefonat hieß es, bei der Darlegung seiner Vision als Premier des Vereinigten Königreichs habe Burnham erklärt, »dass sein Schwerpunkt auf der Reindustrialisierung des gesamten Landes liegen werde«. Zudem habe Burnham sein Engagement für Verteidigung und Sicherheit bekräftigt. Die Gewährleistung der Sicherheit des Vereinigten Königreichs und seiner Verbündeten habe für ihn oberste Priorität. Konkret ging es in dem Gespräch laut Trump um »Nordseeöl, Handel, das Militärbündnis, die Minenräumung in der Straße von Hormus und viele andere Themen«. Auch werde man sich »in nicht allzu ferner Zukunft treffen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu erörtern«.
Burnham habe seinerseits die Hoffnung geäußert, »dem Präsidenten bei einem künftigen Besuch zeigen zu können, was Manchester zu bieten hat«, teilte ein Sprecher mit Blick auf Burnhams vorheriges Amt als Bürgermeister von Greater Manchester mit. Der US-Präsident hatte vor Kurzem noch Zweifel an Burnham geäußert und ihn als »Bürgermeister einer Kleinstadt« und »extrem liberal« bezeichnet. Später äußerte er seine Hoffnung, Burnham könne als Premier wieder Öl- und Gasbohrungen in der Nordsee erlauben.
In einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (Renaissance-Partei) ging es laut der Downing Street auch um die Notwendigkeit, die Ukraine weiterhin zu unterstützen, unter anderem durch die gemeinsame Leitung der sogenannten Koalition der Willigen. Burnham telefonierte ebenfalls mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (Diener-des-Volkes-Partei).
In Bezug auf den Nahen Osten waren sich Macron und Burnham den Angaben zufolge einig, dass die Bemühungen um eine Deeskalation fortgesetzt und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden müssen. Auf der Plattform X äußerte Macron zudem den Wunsch, dass die Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich auch den Beziehungen der Briten zur Europäischen Union wieder »neuen Schwung« verleihen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Burnham am Montagmittag gratuliert. »Das Vereinigte Königreich und Deutschland sind einander enge Verbündete und Partner«, schrieb Merz. »Gerade in diesen Zeiten beweist sich unsere tiefe Verbundenheit. Sehr gern möchte ich mich mit Ihnen zu den vor uns liegenden Herausforderungen austauschen und lade Sie daher gern zu einem baldigen Besuch nach Berlin ein.«