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Starmer unter Druck
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Britischer Gesundheitsminister tritt zurück

Labour wankt: Gesundheitsminister Wes Streeting tritt zurück. Aller Voraussicht nach wird er Premierminister Keir Starmer nun um den Parteivorsitz herausfordern.
AutorKontaktdpa
Datum 15.05.2026  09:45 Uhr

Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting ist aus Protest gegen Premierminister Keir Starmer zurückgetreten. Erwartet wird, dass er Starmer nun um den Vorsitz der Labour Party herausfordern könnte. Mit dem Parteivorsitz ist auch das Amt der Premierministerin oder des Premierministers verbunden.

Streeting erklärte seinen Rücktritt in einem schriftlichen Statement auf der Plattform X. Er habe das Vertrauen in Starmers Führung verloren. Es wäre »unehrenhaft und prinzipienlos«, im Amt zu bleiben. Zudem glaube er nicht mehr daran, dass Starmer Labour erfolgreich in die nächste Parlamentswahl führen könne.

Britische Medien hatten bereits zuvor über einen möglichen Rücktritt spekuliert. Hintergrund sind schwere Verluste der Labour-Partei bei den jüngsten Kommunal- und Regionalwahlen, bei denen insbesondere die rechtspopulistische Partei Reform UK unter Nigel Farage zulegen konnte. Danach hatten mehrere Labour-Abgeordnete den Rücktritt Starmers gefordert.

Starmer, Streeting, Burnham oder Rayner 

Für eine offizielle Herausforderung benötigt Streeting die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten, also 20 Prozent der Fraktion. Damit würde eine parteiinterne Urabstimmung ausgelöst. Starmer wäre als amtierender Parteichef automatisch Kandidat. Zuletzt hatte Starmer den Parteivorsitz im Jahr 2020 übernommen, nachdem Jeremy Corbyn zurückgetreten war.

Streeting gilt innerhalb der Partei allerdings eher als Außenseiterkandidat. Im linken Parteiflügel stößt er auf Ablehnung. Zudem wird sein früher enges Verhältnis zu Peter Mandelson kritisch gesehen, der wegen Kontakten zu Jeffrey Epstein in die öffentliche Diskussion geraten war.

Als aussichtsreicherer Kandidat gilt dagegen der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham. Eine Rückkehr Burnhams ins britische Parlament war jedoch Anfang des Jahres von der Labour-Führung verhindert worden.

Überraschend brachte sich auch Angela Rayner ins Gespräch. Die frühere Vizepremierministerin war im vergangenen Jahr wegen einer Affäre um zu niedrig gezahlte Grunderwerbsteuer zurückgetreten. Laut einem Bericht des »Guardian« wurde sie inzwischen vom Verdacht der Steuerhinterziehung entlastet und deutete nun ebenfalls Interesse an einer Kandidatur für den Parteivorsitz an.

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