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FDA
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CAR-T-Zellen können krebserregend wirken

Die US-amerikanische Arzneimittelaufsicht FDA untersucht derzeit Fälle von T-Zell-Malignomen bei Patienten, die zuvor eine CAR-T-Zelltherapie erhalten hatten. Das Risiko war theoretisch bereits bekannt. Insgesamt bleibt die Nutzen-Risiko-Bilanz der Präparate positiv.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 04.12.2023  16:00 Uhr

Bei einer CAR-T-Zelltherapie werden einem Patienten T-Zellen entnommen, genetisch verändert und wieder zurückgegeben. Dabei ist das Risiko einer Krebsentstehung immanent, denn es lässt sich nicht genau steuern, wo die genetische Information, die die T-Zellen anschließend zur Ausbildung des chimären Antigenrezeptors (CAR) veranlasst, ins Erbgut integriert wird. Geschieht dies an einer ungünstigen Stelle, können Onkogene aktiviert werden, sodass von der CAR-T-Zelle, die eigentlich zur Bekämpfung von anderen Krebszellen vorgesehen ist, schließlich selbst eine Krebsgefahr ausgeht.

Es ist daher nicht unerwartet, dass der FDA Fälle von T-Zell-Malignitäten, darunter CAR-positive Lymphome, bei Patienten gemeldet wurden, die zuvor eine CAR-T-Zelltherapie erhalten hatten. Wie die Behörde kürzlich mitteilte, geht sie davon aus, dass dieses Risiko alle zugelassenen CAR-T-Zelltherapien betrifft, namentlich Axicabtagen-Ciloleucel (Yescarta®), Brexucabtagen-Autoleucel (Tecartus®), Ciltacabtagen-Autoleucel (Carvykti®), Idecabtagen-Vicleucel (Abecma®), Lisocabtagen-Maraleucel (Breyanzi®) und Tisagenlecleucel (Kymriah®). Sie werde das Risiko weiter im Auge behalten und bei Bedarf regulatorisch eingreifen, so die FDA. Momentan bleibe es dabei, dass die Vorteile der Präparate deren Risiken überwiegen.

Auch in den deutschen Fachinformationen der entsprechenden Präparate ist der Hinweis enthalten, dass die Therapie sekundäre Malignome auslösen kann. Behandelte Patienten sollen deshalb lebenslang dahingehend überwacht werden. Das Risiko ist stets auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Präparate für Patienten mit weit fortgeschrittenen Lymphomerkrankungen bestimmt sind, deren therapeutische Optionen sehr begrenzt sind.

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