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Kosten für Verhütung

Bund soll ärmere Frauen unterstützen

Das Bundesfamilienministerium prüft Möglichkeiten, Frauen mit geringem Einkommen beim Kauf von Verhütungsmitteln zu unterstützen. »Jede Frau hat ein Recht auf eine sichere und gut verträgliche Empfängnisverhütung. Aber nicht alle Frauen können sich die Kosten für die Pille oder Spirale leisten«, sagte Ministerin Franziska Giffey.
dpa
30.11.2018
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Daher untersuche ihr Ministerium, »ob und wie der Bund Frauen, die wenig Geld haben, dabei unterstützen kann zu verhüten«, so die SPD-Politikerin zu den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Giffeys französische Kollegin Agnès Buzyn hatte diese Woche angekündigt, dass ihre Regierung im Kampf gegen HIV die Ausgabe von Gratis-Kondomen auf Rezept einführen wird. Jeder, ob Mann oder Frau, könne demnächst zum Arzt gehen und sich Präservative verschreiben lassen, die dann von der Krankenkasse bezahlt würden.

Giffey verwies auf ein vom Familienministerium gefördertes Modellprojekt Beratung, Information, Kostenübernahme bei Verhütung (Biko). Der Beratungsstellenverbund pro familia will damit den Bedarf an der Kostenübernahme bei Verhütung ermitteln. »An sieben Standorten können Frauen, die Sozialleistungen oder Bafög beziehen, kostenfrei rezeptpflichtige Verhütungsmittel bekommen. Das Angebot kommt sehr gut an. Bis Ende September haben es weit mehr als 4000 Frauen in Anspruch genommen«, sagte Giffey.

Biko läuft demnach noch bis Juni 2019, anschließend soll das Projekt ausgewertet werden. Anhand der Auswertung solle über eine Unterstützung bei Verhütungsmitteln entschieden werden.

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