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Brandbrief

Bühler appelliert an DAT-Delegierte

Der Pharmaziestudent Benedikt Bühler lässt nicht locker: Mit einem Brandbrief ruft er die Delegierten des Deutschen Apothekertags (DAT) dazu auf, einen spontanen Antrag zum Rx-Versandverbot einzubringen.
Jennifer Evans
25.09.2019
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Erst vor Kurzem hatte Benedikt Bühler eine Bundestagspetition zum Rx-Versandverbot gestartet und im Anschluss die Mitzeichnungen persönlich dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Berlin symbolisch übergeben.

Der Pharmaziestudent gibt aber immer noch nicht auf: Insbesondere mit Blick auf die Stellungnahme des Bundesrats zur geplanten Apothekenreform am vergangenen Freitag rückt sein Anliegen wieder in den Fokus. Die Vertreter der Länder hatten sich nämlich für ein Verbot des Versandhandels mit Rx-Arzneimitteln ausgesprochen. In seinem Brandbrief an die Delegierten des DAT verschleiert Bühler nicht, dass er nicht viel von der Apothekenreform hält und appelliert an deren Verantwortung für die kommenden Generationen des Berufstands. Insbesondere bemängelt Bühler den Kabinettsentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), weil dieser »zweierlei Paar Schuhe« miteinander verknüpfe, sprich die Gleichpreisigkeit mit den pharmazeutischen Dienstleistungen.

Auch die im Gesetzentwurf vorgesehene Möglichkeit, Abgabeautomaten für Arzneimittel aufzustellen, widerstrebt Bühler. In seinem Brief schreibt er dazu: »Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis an Bahnhöfen, Tankstellen, Supermärkten, Ärztehäusern und anderen stark frequentierten Orten solche Abgabeautomaten zu finden sind.« Der Gesetzentwurf habe nichts mit einer Stärkung der Apotheke vor Ort zu tun und die geplante Vergütung pharmazeutischer Dienstleistungen gleiche Defizite solcher Art nicht aus.

Im Allgemeinen wundere er sich, dass die Gültigkeit der deutschen Apothekenbetriebsordnung nicht in der Gesamtheit auch für ausländische Versandapotheken verpflichtend eingeführt werde. »Sollte sich nicht dafür eingesetzt werden, dass auch Versandapotheken verpflichtend bei jeder Bestellung beraten müssen?«, schreibt er.

Einen spontanen Antrag würde Bühler begrüßen

In den Augen des Budapester Pharmaziestudenten sollte beim DAT – auch mit Blick auf seine Petition, für die mehr als 400.000 Unterschriften zusammenkamen – erneut über das Rx-Versandverbot debattiert werden. Das erwarte er allein aus Respekt vor den Menschen, die seine Petition unterstützt hätten. Auch der Bundesratsbeschluss habe die Sachlage nun verändert. Die Vertreter der Länder hätten erkannt, dass die vorgesehene Regelung, Boniverbote über das Sozialgesetzbuch zu regeln, nicht ausreiche, um die Gleichpreisgkeit im Rx-Markt wiederherzustellen. Jetzt brauche es nur Mut, sich der Bundespolitik entgegenzustellen. »Ob am Ende ein Adhoc-Antrag zum Rx-Versandverbot gestellt wird und eventuell sogar beschlossen wird, liegt in Ihren Händen. Ich würde diese Entscheidung außerordentlich begrüßen«, so Bühler an die Delegierten.

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