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Gesundheitsportal

BMG startet Kooperation mit Google

Um die Reichweite des kürzlich gestarteten Nationalen Gesundheitsportals zu erhöhen, startet das Bundesgesundheitsministerium eine Zusammenarbeit mit Google. Mithilfe von sogenannten Knowledge Panels tauchen die Gesundheitsinformationen des BMG-Portals künftig direkt unter der Google-Suchzeile auf.
Charlotte Kurz
10.11.2020  16:06 Uhr

Seit dem 1. September 2020 betreibt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ein Nationales Gesundheitsportal. Es soll Bürgern verlässliche Gesundheitsinformationen auf Basis aktueller Forschungsergebnisse bieten. Nach zwei Monaten Laufzeit verkündete am heutigen Dienstag der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Internetriesen Google.

Demnach sollen Informationen des Gesundheitsportals künftig prominenter bei der Suche nach Krankheitsbildern erscheinen. Spahn sagte dazu: »Wenn wir ein Interesse daran haben, objektive, fundierte, evidenzbasierte Informationen rüberzubringen, dann bringt es mir nichts, wenn wir bei Google an Stelle 783.000 auftauchen.« Das Portal biete derzeit Informationen zu den häufigsten 160 Krankheiten, wie Migräne oder Diabetes, so Spahn. Allerdings arbeite das BMG als Träger des Portals daran, weitere Erkrankungen aufzunehmen sowie die Informationen stets gemäß neuester Studienergebnissen zu aktualisieren.

Über sogenannte Knowledge Panels, also farblich gekennzeichnete Info-Kästen, werden nun die Informationen des Portals gesund.bund.de prominenter direkt unter der Google-Suchzeile angezeigt. Zur Kooperation mit dem Internetriesen erklärte Spahn: »Wer Gesundheit googelt, soll auf unserem Portal landen und dort die Informationen finden, die er braucht. Gesundheit.bund.de soll die zentrale Anlaufstelle werden für verlässliche Gesundheitsinformationen im Internet. Was liegt da näher als direkt mit Deutschlands populärster Suchmaschine zusammenzuarbeiten, nämlich mit Google.« Allerdings betonte er auch, dass es sich damit um eine Erstkooperation handelt: »Wir freuen uns über jeden anderen Suchdienst, der das genauso möglich macht und arbeiten natürlich auch zusammen.«

Philipp Justus, Vice President von Google Zentral-Europa, freut sich über die Zusammenarbeit mit dem BMG. Er hob ebenfalls hervor, dass Informationen rund um Gesundheitsthemen vertrauenswürdig und qualitativ hochwertig sein müssten. Google hätte insbesondere beim Thema Fehlinformationen hohe Standards, in diesem Jahr habe Google bereits mehr als 11 Millionen Videos bei Youtube gelöscht, so Justus. Davon hatten mehr als 200.000 Bezug zu dem Coronavirus. »Die haben wir gelöscht, weil sie offensichtlich gegen unsere Richtlinien verstoßen oder mit Falschinformationen zu tun haben«, erklärte Justus in Berlin.

Gesundheitsinformationen aus dem Internet sind gefragt. Aktuelle Google-Trends aus Deutschland zeigen: In den vergangenen zwei Jahren ist das Interesse an Gesundheitsthemen um 19 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum verzeichnete der Suchbegriff »Symptom« einen Anstieg von 84 Prozent. Jeder Zweite (53 Prozent) recherchiert seine Krankheitssymptome vor dem Arztbesuch im Netz, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom vom August 2020 zeigt.

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