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Weltblutspendertag

Blutspende auch kurz nach Corona-Impfung möglich

Heute ist Weltblutspendertag. In Zeiten von Corona und Impfungen stellen sich einige neue Fragen, zum Beispiel ob und wann man nach Corona-Infektion und Impfung Blut spenden kann.
dpa
14.06.2021  11:12 Uhr

Während der Corona-Pandemie sind nach den Erfahrungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auffallend viele junge Menschen zum ersten Mal zum Blutspenden gegangen. Das sei mit Blick auf den demografischen Wandel wichtig, sagte ein Sprecher der DRK-Blutspendedienste in München. Denn man darf nur bis zu einem Alter von 73 Jahren Blut spenden. Viele langjährige Spender fielen wegen Erkrankungen zudem schon vorher aus – und würden dann oft selbst zu Patienten, die auf Blutspenden angewiesen sind. «Daher kommt es nun darauf an, die Erstspender zu binden», sagte der Sprecher.

Wie hat sich zum Beispiel die Zahl der Blutspenden im Zuge von Corona entwickelt? Der Sprecher der DRK-Blutspendedienste sagte, nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr mit viel Verunsicherung habe es eine Welle der Solidarität gegeben. Gerade in dieser Zeit hätten sich viele junge Erstspender gemeldet. Im Sommer sei das Aufkommen eher knapp geworden. Während weniger Menschen wegen Urlauben etwa in Malaria-Risikogebieten von Spenden ausgenommen waren, hinderten etwa Quarantänepflichten auf der anderen Seite den ein oder anderen Spender. Das laufende Jahr sei bisher «sehr zufriedenstellend angelaufen», sagte der Sprecher. Genaue Zahlen auch zu Daten von Kliniken und privaten Anbietern für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor. Das Paul-Ehrlich-Institut ermittelt jährlich den deutschlandweiten Verbrauch sogenannter Blutkomponenten. 2019 waren das 3.341.592 Erythrozytenkonzentrate rein aus roten Blutzellen, 482.360 Thrombozytenkonzentrate mit Blutplättchen und 735.310 mal Plasma. Das Spendeaufkommen liegt einer PEI-Sprecherin zufolge um etwa 10 Prozent höher. 

Hat sich der Bedarf während der Pandemie verändert? Kaum. Zu Beginn der Pandemie ausgefallene Operationen holten die Krankenhäuser nach Angaben des DRK-Sprechers nach. Auch weniger schwere Verkehrsunfälle und ausbleibende Schlägereien nach Diskobesuchen fielen nicht so sehr ins Gewicht. Ein Großteil der Blutpräparate und Transfusionen werde für die Behandlung von Krebskranken oder chronisch kranken Menschen eingesetzt. Um die Versorgung schwerkranker Patienten in den Kliniken lückenlos zu gewährleisten, müssen nach DRK-Angaben an jedem Werktag in Deutschland mindestens 15.000 Blutspenden gewonnen werden. Frauen, die spendeberechtigt sind, dürfen das viermal innerhalb von zwölf Monaten machen. Bei Männern sind höchstens sechs Spenden innerhalb dieses Zeitraums erlaubt. 

Blutbestandteile haben eine begrenzte Haltbarkeit und können nur eine gewisse Zeit gelagert werden, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Robert Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer gemeinsamen Mitteilung betonen. Blutplättchen etwa seien nur vier bis fünf Tage einsetzbar. Die klassische Blutkonserve hält laut DRK 42 Tage. «Sollten über einen Zeitraum von mehr als einer Woche nicht genügend Blutspenden eingehen, wäre die Patientenversorgung innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abzusichern.»

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