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Elektromagnetische Felder
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Bluetooth-Kopfhörer unbedenklich

Kabellose Kopfhörer gehören für viele beim Sport oder im Alltag dazu. In sozialen Netzwerken wird behauptet, die Übertragung durch Bluetooth mache krank. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht.
AutorKontaktdpa
Datum 13.05.2026  10:10 Uhr
Bluetooth-Kopfhörer unbedenklich

Musik beim Joggen, Krafttraining oder auf dem Weg zur Arbeit: Bluetooth-Kopfhörer sind weit verbreitet. Immer wieder kursieren im Netz Warnungen vor einer angeblich gefährlichen Strahlung der Geräte. Dabei wird häufig auf die Nutzung ähnlicher Frequenzen wie bei Mikrowellen verwiesen. Fachleute sehen darin jedoch keinen Hinweis auf eine Gesundheitsgefahr.

Immer wieder wird im Internet propagiert, dass die Strahlung von Bluetooth-Kopfhörern das Gehirn schädigt und krebserregend ist. Diese Behauptung ist jedoch falsch. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitsschädliche Wirkungen von Bluetooth-Kopfhörern.

Leistung ist entscheidend

Bluetooth-Kopfhörer nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder. Sie arbeiten dabei ähnlich wie WLAN oder Mikrowellenherde im Bereich von etwa 2,45 Gigahertz. Entscheidend für mögliche gesundheitliche Auswirkungen ist jedoch nicht allein die Frequenz, sondern vor allem die Leistung der Geräte.

Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) nutzen Bluetooth-Kopfhörer nur eine vergleichsweise geringe Leistung im Milliwatt-Bereich. Im Gegensatz zu einem Mikrowellenherd mit rund 1000 Watt erreichen typische Geräte nur etwa 0,0025 Watt.

»Diese Leistung ist so gering, dass die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern nicht zu einer relevanten Erwärmung des Gewebes am Ohr führen kann«, erklärt Dr. Florian Kohn, wissenschaftlicher Referent im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder beim BfS.

Sendeleistung von Smartphones deutlich höher

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Strahlung auf den menschlichen Organismus gelten als gründlich erforscht. Gesetze und Normen sehen Grenzwerte zur Produktsicherheit vor. Eine Größe ist die spezifische Absorptionsrate (SAR), die etwa für Handys angewendet wird. Dieser SAR-Wert gibt an, »wie viel Energie das Körpergewebe bei der Nutzung des Telefons aufnimmt«, erläutert Kohn.

Für Smartphones, die laut Kohn auf eine maximale Sendeleistung von 200 Milliwatt (0,2 Watt) kommen, im Alltag jedoch meist darunter liegen, beträgt der maximal zulässige SAR-Wert zwei Watt pro Kilogramm Körpergewebe. Zum Vergleich: Kabellose Kopfhörer arbeiten mit einer Sendeleistung von etwa 2,5 Milliwatt (0,0025 Watt).

»SAR-Werte durch Funkwellen einzelner Bluetooth-Geräte bleiben in der Regel unterhalb der empfohlenen Grenzwerte«, sagt auch Dr. Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit der Uniklinik Aachen. Mit anderen Worten: Die elektromagnetischen Felder sind zu schwach, um die Temperatur des Körpergewebes so stark zu erhöhen, dass gesundheitliche Gefahren drohen.

Auch Thomas Zwick, Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik und Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), verweist auf die bisherige Studienlage. Elektromagnetische Strahlung im Mikrowellenbereich sei vielfach untersucht worden, »bisher ohne einen Nachweis für Erkrankungen beim Menschen bei Einhaltung der Grenzwerte«.

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