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Covid-19

Bislang mehr als 3.000 Todesopfer weltweit

Während die Zahl der neuen Erkrankungen in China langsam abnimmt, breitet sich die Lungenkrankheit in anderen Teilen der Welt rasant aus. In Deutschland sind mittlerweile in 10 der 16 Bundesländer Fälle des neuartigen Coronavirus nachgewiesen.
dpa
02.03.2020
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Etwa 60 Länder sind weltweit von dem neuen Coronavirus betroffen. Das waren am Sonntag nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation rund 10 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist weltweit auf über 3.000 gestiegen. Zu den bislang von der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigten 2.980 Opfern kamen am Montag 42 weitere Todesopfer aus China hinzu. Wie die Pekinger Gesundheitskommission weiter mitteilte, infizierten sich zudem landesweit 202 weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus, womit die Gesamtzahl der nachgewiesenen Erkrankungen weltweit auf fast 89.000 gestiegen ist.

In Deutschland sind mittlerweile in 10 der 16 Bundesländer Fälle des neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 130 Infektionen waren es bis zum späten Sonntagabend nach Angaben der Behörden in den Ländern. Aus dem Saarland und den meisten neuen Bundesländern wurden bis zum Wochenende keine Coronavirus-Infektionen berichtet. Am späten Sonntagabend wurde der erste nachgewiesene Fall in Berlin bekannt. Für den Montag werden zudem Ergebnisse von Mitarbeitern des Brandenburger Erlebnisbads Tropical Islands erwartet. Dort war ein Mann aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch, beim dem der Erreger später nachgewiesen wurde.

Besonders stark betroffenen ist nach wie vor der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dort gab es 65 bestätigte Fälle. NRW-weit sind deutlich mehr als 70 Fälle nachgewiesen. Nach der Infektion eines Mitarbeiters einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in Bonn, der in Heinsberg Karneval gefeiert hatte, gibt die Stadt Bonn eine erste vorsichtige Entwarnung. Am Sonntagabend lagen negative Tests für 185 Kinder vor, die die Grundschule besuchen, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. 30 Tests auf das neuartige Coronavirus stünden noch aus. Erstmals wurde am Sonntag ein Fall bekannt, bei dem es keinen Bezug zum Kreis Heinsberg gibt. Das Virus wurde bei einem 51-Jährigen Mann in Münster nachgewiesen, der aus dem Iran zurückgekehrt war.

In Baden-Württemberg und Bayern sollen Schüler nach dem Ende der Faschingsferien zu Hause bleiben, wenn sie sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben. Im Südwesten betrifft dies ausdrücklich auch viele Beamten und Polizisten. Als Risikogebiete nennt das Landesgesundheitsministerium die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua (Region Venetien) sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas.

Keine bundeseinheitliche Strategie

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, beklagte eine «zersplitterte Zuständigkeit» bei der Bekämpfung des Coronavirus. Es sei keine Strategie erkennbar, wie Deutschland insgesamt auf die Bedrohung reagiere, sagte er der «Augsburger Allgemeine» (Montagsausgabe). «Appelle an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren, werden nicht ausreichen, denn die Verunsicherung ist vielerorts mit Händen greifbar.» Mehrere Großveranstaltungen in Deutschland wurden am Wochenende abgesagt oder verschoben.

Am stärksten betroffen nach China ist Südkorea. Dort stieg die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen auf mehr als 4.000. Über die Nacht zum Montag kamen 476 neue Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Damit wurden bisher 4.212 Menschen positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte in Südkorea um vier auf 22.

In Europa ist nach wie vor Italien das am stärksten betroffene Land. Die Zahl der Toten stieg auf 34, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit. Inzwischen sind nach seinen Angaben 1.694 Menschen mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert. Davon seien 83 bereits wieder genesen. Nun plant die italienische Regierung ein Hilfspaket für die durch den Coronavirus-Ausbruch zusätzlich angeschlagene Wirtschaft in Höhe von 3,6 Milliarden Euro.

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