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RKI-Update
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Bisher 12.500 hitzebedingte Todesfälle

In diesem Jahr sind bereits jetzt deutlich mehr Menschen durch Hitze gestorben als bisher in ganzen Jahren. Besonders ins Gewicht fällt die starke Hitzewelle Ende Juni.
AutorKontaktdpa
Datum 13.08.2026  16:40 Uhr

Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität hervor, der die Zeit vom 6. April bis 2. August betrachtet. Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren.

Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem 2018 und 2019 viele Hitzetote verzeichnet: 2018 starben nach neuesten RKI-Angaben 9400 Menschen hitzebedingt, 2019 waren es 7700. Die Gesamtzahl der diesjährigen Hitzetoten könnte sogar noch höher als angegeben liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung.

Besonders im Saarland und in Rheinland-Pfalz gab es in diesem Jahr viele Hitzetote. Pro 100.000 Einwohner starben dort 43,4 beziehungsweise 38,7 Menschen infolge der Hitze. Deutschlandweit liegt der Wert bei 15 pro 100.000 Einwohner. Auch Hessen (27,2) und Baden-Württemberg (23,9) sind überproportional betroffen.

Hitze ist vor allem für ältere und alte Menschen gefährlich

Mit rund 6300 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Mehr als 3100 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1900 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es rund 1200 Todesfälle.

Schwer ins Gewicht fällt die starke Hitzewelle Ende Juni dieses Jahres. Das RKI geht davon aus, dass rund 9600 Menschen infolge der Hitze allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni starben. Vielerorts in Deutschland lagen die Temperaturen in diesen Tagen um die 40 Grad.

Dem RKI zufolge wird typischerweise ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad, also dem Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen einer Woche, ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit sichtbar. In der Woche vom 27. Juli bis 2. August lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 21,6 Grad.

Aktuelle Hitzewelle noch bis Sonntag

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach erwartet teils Temperaturen an die 40 Grad. Im Westen und Südwesten klettern die Temperaturen am Freitag laut DWD oftmals auf über 35 Grad, in der Spitze auf 38 Grad. »Auch in den übrigen Landesteilen wird die 30-Grad-Marke geknackt, nur an den Küsten ist es etwas kühler«, sagt Meteorologe Fabian Chow.

Denn die Hitze hält auch am Samstag zunächst an, dann sind vom Oberrhein bis in die Lausitz laut Vorhersage in der Spitze erneut bis 38 Grad wahrscheinlich. Immerhin: Aus Nordwesten sollen dichte Wolken aufziehen, die einzelne, teils kräftige Schauer und Gewitter mit sich bringen. Gebietsweise würden die Temperaturen unter 30 Grad bleiben, an der Nordseeküste sogar bei etwa 23 Grad liegen.

Der Sonntag markiert das Ende dieser recht kurzen Hitze, im Süden und Südosten werden noch teils über 30 Grad erreicht, ansonsten ist es deutlich gemäßigter«, erklärt Chow. Gebietsweise bringe diese auch den herbeigesehnten Regen – auch Blitz und Donner seien mit von der Partie. Aber: »Obwohl die Luftmasse durchaus Unwetterpotenzial birgt, tendieren die derzeitigen Modellprognosen wohl nicht zu einer großflächigen Schwergewitterlage, sodass die Hitze ohne großen Knall endet.«

Derzeit wird über eine Änderung des Grundgesetzes debattiert, die den Umgang mit Hitzephasen und ihren Folgen zu einer gemeinsamen Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen machen würde. Bundesumweltminister Carsten Schneider will dem Bund mehr Handlungsspielraum beim Umgang mit steigenden Temperaturen verschaffen.

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