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Post-Covid-Syndrom

Betroffene meist vorerkrankt

Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 können gesundheitliche Beschwerden noch lange Zeit nach der akuten Erkrankung andauern. Vor allem Patientinnen und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für das Post-Covid-Syndrom.
Laura Rudolph
27.12.2021  13:00 Uhr

Viele Covid-19-Patienten leiden nach der akuten Infektion an Langzeitfolgen. Die gesundheitlichen Einschränkungen können über Monate andauern, selbst bei vorangegangenem mildem Krankheitsverlauf. Im ersten Quartal 2021 wurde bei etwa 110.000 Patientinnen und Patienten in Deutschland das Post-Covid-Syndrom diagnostiziert. Das entspricht einem Anteil von 6 Prozent der bis Ende 2020 an Covid-19 Erkrankten in Deutschland . Das meldet das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) in ihrer Grafik des Monats. Die Grundlage dieser Auswertung bilden die Vertragsärztliche Abrechnungsdaten der Jahre 2020 und 2021.

Die überwiegende Mehrheit der Post-Covid-Patienten ist vorerkrankt: 98 Prozent der Betroffenen befanden sich im Jahr 2020 bereits wegen anderer Krankheiten in ärztlicher Behandlung. Dr. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zi, betont in einer Pressemittleitung des Instituts: »Der Eindruck, das Post-Covid-Syndrom betreffe vor allem Personen, die bis zur SARS-CoV-2-Infektion gesund waren, trügt. Vielmehr handelt es sich ganz überwiegend um Patientinnen und Patienten, die bereits wegen verschiedener meist chronischer Krankheiten in ärztlicher Behandlung sind. Insofern ist es folgerichtig, dass die medizinische Versorgung von Post-Covid-Erkrankten in erster Linie bei Hausärztinnen und Hausärzten liegt.«

Am häufigsten traf Post-Covid Patientinnen und Patienten zwischen 45 und 60 Jahren. Zu den häufigsten Vorerkrankungen zählten mit mehr als 50 Prozent akute Infektionen der oberen Atemwege, Rückenschmerzen (42 Prozent), Bluthochdruck (39 Prozent) und Fettstoffwechselstörungen (26 Prozent). Aber auch andere Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Asthma bronchiale oder Depression spielten eine wichtige Rolle. Die Bedeutung dieser Vorerkrankungen für die Behandlung des Post-Covid-Syndroms gilt es nun weiter zu erforschen.

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