Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

BAK-Symposium
-
Beim Impfen ist noch »Luft nach oben«

Apotheken bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu Impfungen. Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Impfquoten. Derzeit impfen aber noch zu wenige Apotheker. Darüber waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Symposiums der Bundesapothekerkammer (BAK) am heutigen Dienstag einig.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 21.03.2023  18:00 Uhr

Personeller Aufwand hält viele ab

Doch woran liegt es, dass momentan noch relativ wenige approbierte Apothekerinnen und Apotheker von der Möglichkeit zu impfen Gebrauch machen? Anhaltspunkte lieferten die Ergebnisse einer Blitzumfrage der BAK, die Benkert vorstellte. An der Online-Umfrage nahmen im Februar und März dieses Jahres rund 2700 Apotheker teil. Als Gründe gegen Impfungen in Apotheken führten demnach fast drei Viertel (71 Prozent) der Befragten einen zusätzlichen personellen Aufwand an, fast genauso viele (69 Prozent) nannten zusätzliche räumliche Anforderungen als Grund, der gegen das Impfen spreche. 62 Prozent befürchteten, dass das Verhältnis zu benachbarten Ärzten leiden könne. Als Gründe für das Impfen nannten 76 Prozent der Befragten den leichteren Zugang zu Impfungen aus Patientensicht. 61 Prozent der Befragten gaben an, dass Apothekerinnen und Apotheker durchs Impfen einen aktiven Beitrag zur Prävention leisten könnten, 55 Prozent sehen dadurch das heilberufliche Profil der Apotheker geschärft.

Raumfrage ist ein Hindernis

Von positiven Erfahrungen mit dem Impfen berichtete Hannes Müller, Apothekenleiter und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der BAK. Seit der Deltawelle 2020 haben seine Mitarbeiter und er selbst über 500 Impfungen gegen Grippe und Covid-19 verabreicht. Müller betreibt zwei Apotheken, alle Mitglieder des Teams sind bereits geschult. »Die Patienten sind sehr zufrieden, das Impfen wertet den Heilberuf auf«, so Müller. Er appelliert an die Kolleginnen und Kollegen, die Chance zu nutzen und zu impfen. Unzufrieden zeigte sich Müller allerdings mit der Vergütung. Rein betriebswirtschaftlich lohne sich die Grippeschutzimpfung wegen des hohen Beratungsaufwands nicht. Bei den Covid-19-Impfungen müsse eine höhere Vergütung herauskommen. Hinderlich sei auch, dass nur approbierte Apotheker impfen dürften, kritisierte der Inhaber. Zudem sei ihm bekannt, dass die Raumfrage viele Kollegen vom Impfen abhalte. So schreibt die Apotheken-Betriebsordnung vor, dass Apotheken einen separaten Raum vorhalten müssen, der nur zum Impfen genutzt wird. Staatssekretärin Dittmar versprach auf Bitte der Teilnehmer des Symposiums, sich dafür einzusetzen, dass diese Regelung präzisiert werde. Aus ihrer Sicht genüge es, wenn Apotheken einen separaten Raum vorhielten, der aber auch anderweitig genutzt werden könne, erklärte Dittmar.

Mehr von Avoxa