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Sehstörungen

Bei Schleiersehen an Thrombosen der Netzhaut denken

Thrombosen können im gesamten Körper und damit auch in der Netzhaut auftreten – mit negativen Konsequenzen bis hin zur Erblindung. Woran Betroffene den Notfall erkennen, erklären Experten der Stiftung Auge.
Christina Hohmann-Jeddi
12.04.2022  09:00 Uhr

Wie in allen Blutgefäßen des Körpers können auch in den Venen und Arterien, die die Netzhaut versorgen, Gerinnsel entstehen. »Tritt die Thrombose in den Venen der Netzhaut auf, beeinträchtigt dies den Blutfluss, und es kann zu Schäden an den Sehzellen kommen«, sagt Professor Dr. Frank G. Holz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, in einer Mitteilung der Organisation. Die Folgen sind ein Blutstau und Druckanstieg in dem betroffenen Blutgefäß, wobei flüssige Bestandteile des Blutes in die Netzhaut übertreten und Ödeme bilden können. Dies schränkt das Sehvermögen ein. »Betroffene können oft nur eingeschränkt oder wie durch einen Schleier sehen«, so Holz. Je nachdem, ob die Thrombose einzelne Venenäste oder die Zentralvene betrifft, treten diese Sehstörungen nur in Teilen des Gesichtsfelds oder aber im gesamten Gesichtsfeld auf.

Wer Beschwerden bemerkt, sollte rasch handeln. Ein schneller Therapiebeginn und die Lage der Thrombose entscheiden laut Stiftung Auge darüber, ob sich das Sehvermögen wieder regenerieren kann. »Bei Venenverschlüssen abseits des Netzhautzentrums stehen die Heilungschancen meist besonders gut. Ist hingegen die Makula in der Netzhautmitte betroffen, wo die Dichte an Sehzellen am höchsten ist, können Sehstörungen zurückbleiben«, erklärt Holz.

Die Therapie ziele darauf ab, den Blutfluss in den betroffenen Gefäßen zu verbessern. Bei Bedarf können auch Anti-VEGF-Inhibitoren direkt in den Glaskörper gespritzt werden, die die undichten Gefäße abdichten und das Ödem reduzieren sollen. »Auch ein Lasereingriff kann sinnvoll sein, wenn es aufgrund von nicht durchbluteten Netzhautarealen zu Gefäßneubildung kommt«, sagt der Experte.

Ein erhöhtes Risiko für die Komplikation haben Personen mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten sowie auch Personen, die an Augenerkrankungen wie Glaukom leiden. Gerade für diese Personen sei es wichtig, durch einen gesunden Lebensstil mit Rauchverzicht, viel Bewegung und ausreichender Trinkmenge das Risiko für eine Thrombose der Netzhaut zu senken, heißt es von der Stiftung Auge.

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