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Atemwegsinfekte bei Kindern
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Bei gutem Befinden erstmal abwarten

Das Kind ist erkältet, hustet und fiebert; die Eltern kommen besorgt in die Apotheke. Die wichtigste Frage im Beratungsgespräch lautet jetzt: »Wie geht es dem Kind im Alltag?« Aussehen, Trinkverhalten und Vitalität sind entscheidend für das weitere Vorgehen.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 24.01.2025  16:20 Uhr

Zwei Domänen des Nichtstuns

Brügel nannte zwei »große Domänen des Nichtstuns«: Zum einen Husten, Schnupfen und Sekret (egal welcher Farbe) bei gutem Allgemeinzustand und Dauer unter vier bis sechs Wochen und zum anderen die »Happy Wheezer«-Säuglinge.

Harsch ging der Kinderarzt mit Hustenmitteln ins Gericht. Sie seien »punktuell o.k., aber eigentlich nicht von großem Nutzen«. Es gebe keine guten Studien, die zeigen, dass Hustenmittel einen Husten deutlich abkürzen könnten. Allerdings könnten Hustenstiller nützlich sein, damit das Kind – und damit die Eltern – endlich einmal durchschlafen können.

Honig sei für Kinder ab einem Jahr erlaubt und bei Atemwegsinfekten oft hilfreich. Sehr restriktiv seien Antibiotika wegen zunehmender Resistenzbildung einzusetzen. Und Probiotika bei oder nach antibiotischer Therapie? »Kann man, muss man aber nicht geben.«

Was tun bei hohem Fieber?

Paracetamol und Ibuprofen seien Arzneimittel der Wahl. Doch auch hier gelte die Frage: Wie geht es dem Kind? Je nach seinem Allgemeinzustand könne man antipyretisch behandeln oder zuwarten; die Fiebersenkung könne beim Schlafen helfen. Allerdings sollte man Fieber nicht zu schnell und energisch senken, mahnte der Kinderarzt, denn Fieberkrämpfe könnten nicht nur bei raschem Temperaturanstieg, sondern auch bei raschem Abfall auftreten.

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