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Todesfall in Kanada
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Bei direktem Fledermauskontakt an Tollwut denken

In Ontario ist ein Elfjähriger nach Kontakt mit einer Fledermaus an Tollwut erkrankt und gestorben. Es ist dort der erste tödliche Tollwutfall seit fast 60 Jahren und erinnert daran, dass die Krankheit durch Fledermäuse übertragen werden kann – auch in Deutschland.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 30.06.2026  11:30 Uhr
Bei direktem Fledermauskontakt an Tollwut denken

Tollwut ist eine das Nervensystem angreifende Krankheit, die durch Viren aus der Gattung Lyssavirus verursacht wird. In Kanada ist die Erkrankung sehr selten. Seit 1924 erkrankten dort 28 Menschen an der Infektion, die, sobald Symptome auftreten, quasi immer tödlich verläuft. Nun ist ein Kind in Ontario an Tollwut gestorben. Diesen ersten Todesfall seit 1967 in Ontario stellt ein Team um Padmaja Sreeram von der University of Manitoba im »Canadian Medical Association Journal« vor.

Demnach erkrankte ein immunkompetenter elfjähriger Junge, nachdem er bei einem Besuch in einer Ferienhütte von einer Fledermaus geweckt wurde, die sich auf seinem Mund und seiner Nase niedergelassen hatte. Bisswunden oder Kratzer waren danach bei dem Jungen nicht zu erkennen gewesen. Die Familie hatte daher keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen.

19 Tage nach diesem Fledermauskontakt suchte die Familie mit dem Jungen die Notaufnahme eines städtischen Krankenhauses auf, weil er eine Reihe von Symptomen entwickelt hatte. Dazu zählten eine fortschreitende rechtsseitige Missempfindung (Parästhesie) und Taubheitsgefühl im Gesicht sowie Appetitlosigkeit, eine schmerzhafte Schluckstörung und eine Schwellung der rechten Gesichtshälfte. Vier Tage nach der Aufnahme wurde eine an Fledermäuse angepasste Variante der Rabiesviren, dem klassischen Tollwuterreger unter den Lyssaviren, in Proben des Jungen nachgewiesen und die Diagnose Tollwut bestätigt.

Die behandelnden Ärzte erwogen den Einsatz von intraventrikulär verabreichtem Tollwut-Immunglobulin (RIG), also die Gabe eines Antikörperpräparats in die Hirnventrikel. Aufgrund des invasiven Eingriffs und der bislang nicht nachgewiesenen Wirksamkeit entschied sich die Familie des Patienten jedoch gegen diese Behandlung. Der Junge starb 17 Tage nach Aufnahme ins Krankenhaus.

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