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Hauptstadtkongress
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Behebt ein Primärversorgungssystem den drohenden Ärztemangel?

Die Bundesregierung plant ein Primärversorgungssystem. Doch können eine bessere Patientensteuerung und die Delegierung ärztlicher Aufgaben wirklich Effizienzreserven heben? Und welche Rolle können Primärversorgungszentren (PVZ) dabei spielen? Darüber wurde am Dienstag beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin diskutiert. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 23.06.2026  17:00 Uhr

Zu viel Silodenken? 

Manuela Pintarelli-Rauschenbach beklagte das hohe Maß an »Silodenken« im Gesundheitswesen. Das würde durch das aktuelle Vergütungssystem noch verschärft. »Es ist existenziell wichtig, dass wir davon wegkommen. Die heutigen Strukturen sind auf die einzelnen Sektoren ausgelegt. Meine Physiotherapiepraxis ist nur eine Physiotherapiepraxis. Wir haben eine super Zusammenarbeit mit den Ärzten. Aber das ist nur unser eigenes Engagement«, klagte die Physiotherapeutin. Der interprofessionelle Austausch fände zu wenig statt, was eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen sei. Außerdem könnten verschiedene Berufsgruppen wie Physiotherapeuten viele Aufgaben übernehmen und so unnötige Arztkontakte vermeiden. Primärversorgungszentren (PVZ) seien hier ein guter Weg zur Umsetzung. 

Matthias Mohrmann beklagte, dass die Steuerung durch das PVZ von der Politik oft zu negativ dargestellt werde. Dabei seien sie ein entscheidender Weg zu einer besseren Versorgung. Das gegenwärtige System sei zwar grundsätzlich gut, aber viel zu langsam. »Ein Primärversorgungssystem braucht viel Respekt vor den Kompetenzen des Anderen und auch Hierarchie-Reduzierung«, betonte Mohrmann. Eine entsprechende Reform ließe sich allerdings nicht gegen den Willen der Leistungserbringer erzwingen. Außerdem müsse man vom Reden ins Handeln kommen und zeitnah entsprechende Modellversuche an den Start bringen. 

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