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Hauptstadtkongress
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Behebt ein Primärversorgungssystem den drohenden Ärztemangel?

Die Bundesregierung plant ein Primärversorgungssystem. Doch können eine bessere Patientensteuerung und die Delegierung ärztlicher Aufgaben wirklich Effizienzreserven heben? Und welche Rolle können Primärversorgungszentren (PVZ) dabei spielen? Darüber wurde am Dienstag beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin diskutiert. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 23.06.2026  17:00 Uhr
Behebt ein Primärversorgungssystem den drohenden Ärztemangel?

Für die Debatte waren Michael Zaske (Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium Brandenburg), Helmut Hildebrandt (OptiMedis AG), Mike Teske (Bosch Health Campus), Matthias Mohrmann (AOK Rheinland/Hamburg), Manuela Pintarelli-Rauschenbach (Verband für Physiotherapie) und Tahnee Leyh (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe) eingeladen. Die Moderation übernahm Anno Fricke von der Ärzte Zeitung. 

Michael Zaske erklärte zu Beginn, dass es aktuell eine wahre Flut an gesundheitspolitischen Vorhaben gebe, die nicht immer optimal zusammenpassen. So würde beispielsweise die Krankenhausreform durch das GKV-Spargesetz konterkariert. Doch ein funktionierendes Primärversorgungssystem mit verbindlicher Steuerung müsse schnell umgesetzt werden, um die Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicherzustellen. »Das Primärarztsystem ist richtigerweise zum Primärversorgungssystem geworden. Wie soll ein System, das auf Hausärzte ausgerichtet ist, funktionieren, wenn die Hausärzte gar nicht überall präsent sind?« fragte Zaske. Der demografische Wandel würde diesen Ärztemangel in Zukunft erwartbar verschärfen. 

Primärversorgungszentren als Anlaufpunkt

Tahnee Leyh arbeitet als Community Health Nurse in Brandenburg. Die Krankenpflegerin erklärte, dass medizinische Koordinierung auch ohne Ärzte funktionieren könne. Eine mögliche Instanz sei ein Primärversorgungszentrum, das für alle Menschen in einer Region als Anlaufpunkt dienen könne. Pflegekräfte könnten in diesen Zentren eine entscheidende Rolle einnehmen, da sie wie eine »Spinne im Netz« der Gesundheitsversorgung sitzen und Kontakte zu verschiedenen Ärzten und Patienten pflegen. »Pflege ist nicht nur Tränen trocknen und auch keine Notlösung – Pflege kann mitversorgen. Im Ausland gelingt das schon lange«, sagte Leyh. 

Helmut Hildebrand hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersucht, wie der Einsatz gezielt weitergebildeter Fachkräfte die hausärztliche Versorgung verbessern kann. Gerade in minderversorgten Regionen könnten Hausärzte demnach fast die dreifache Menge an Patienten versorgen, wenn diese sich auf ihre Kernarbeit konzentrieren und beispielsweise die Versorgung bestimmter Chroniker an »Physician Assistants« delegieren. So ließe sich der errechnete Mehrbedarf an Ärzten schnell verringern und bis 2030 sogar überschießend deckeln. 

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