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Antragsverfahren

Befreiung von der Rentenversicherung ab Januar digital

Wenn Apotheker den Job wechseln, müssen sie sich jedes Mal von der Deutschen Rentenversicherung befreien lassen. Bislang löste diese Befreiung ein teils monatelanges, bürokratisches Verfahren aus. Ab 2023 ist dies nun digital möglich.
Benjamin Rohrer
08.12.2022  15:00 Uhr

Mitglieder der Apothekerversorgung, die als Angestellte arbeiten, benötigen bei jedem Wechsel ihrer Tätigkeit eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Bislang mussten die Apotheker hierzu einen mehrseitigen, schriftlichen Antrag ausfüllen und diesen beim Versorgungswerk einreichen – die Freigabe dauerte oft Monate, weil der Antrag erst im Versorgungswerk und dann in der DRV bearbeitet werden musste.

In den vergangenen Monaten wurde allerdings an einem vereinfachten, digitalen Antragsverfahren gebastelt, das die Prozedur nicht nur für die Apotheker, sondern auch für die Versorgungswerke und die DRV vereinfacht. Das Verfahren wurde erfolgreich getestet und ist ab dem 1. Januar Pflicht – Papieranträge werden nicht mehr angenommen. Hintergrund sind Gesetzesbeschlüsse des Bundestags, die eine Vereinfachung von bürokratischen Antragsverfahren vorsehen.

Konkret sollen die Apotheker künftig bei ihrem jeweiligen Versorgungswerk das elektronische Antragsformular auf der Website beziehungsweise dem Mitgliederportal anklicken. In dem elektronischen Formular wird zwischen obligatorischen und freiwilligen Angaben farblich unterschieden. Um das Dokument abzuschicken, müssen mindestens alle obligatorischen Felder ausgefüllt sein.

Bestätigung kommt noch per Post

Die Befreiung von der Versicherungspflicht in der DRV wird den Apothekern allerdings nach wie vor postalisch in Briefform zugestellt, berichtet die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungeinrichtungen auf ihrer Internetseite. Die Kommunikation zwischen der DRV und den Versorgungswerken hingegen wird ebenfalls digitalisiert.

Ungeklärt sei derzeit noch, ob die Arbeitgeber der betroffenen Mitarbeiter vom berufsständischen Versorgungswerk oder von der die Entscheidung aussprechenden DRV Bund über die Entscheidung in elektronischer Form informiert wird, berichtet die ABV.

Denn: Der Bundesrat setzt sich für eine Verpflichtung der DRV Bund ein, die Bundesregierung und Koalitionsmehrheit im Bundestag tritt dagegen für eine Verpflichtung des berufsständischen Versorgungswerks gegenüber dem Arbeitgeber ein. »Daher sollten Sie zunächst noch unbedingt Ihren Arbeitgeber über den Bescheid zu Ihrem Befreiungsantrag unterrichten«, so die Empfehlung der ABV.

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