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Geschäftszahlen

Bayer steigert Umsatz und Gewinn 2019 deutlich

Der Konzernumsatz von Bayer ist um 18,5 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro gestiegen. Allerdings gibt es auch mehr Klagen in den USA wegen mutmaßlicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat.
dpa
PZ
27.02.2020
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Bayer hat im Jahr 2019 unter anderem von einem Wachstum der Pharmasparte und einer Erholung des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten profitiert. Unter dem Strich blieb mit gut 4 Milliarden Euro Gewinn auch dank des Verkaufs von Unternehmensteilen 141 Prozent mehr hängen als noch vor einem Jahr. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie ist laut Bayer um 14,3 Prozent auf 6,40 Euro gestiegen.

Bei den rezeptfreien Medikamenten setzte Bayer 5,46 Milliarden Euro um, ein Plus von 2,6 Prozent. Der Geschäftsbereich legte in allen Kategorien zu, ebenso in drei von vier Regionen. Am deutlichsten war das Wachstum nach Angaben des Unternehmens in den Kategorien Allergie und Erkältung mit 5 Prozent sowie bei der Dermatologie mit 3,8 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) vor Sondereinflüssen von Consumer Health blieb mit 1,09 Milliarden Euro und einem Minus von 0,5 Prozent auf Vorjahresniveau. Einen positiven Beitrag lieferten demnach die Geschäftsausweitung sowie das Effizienzprogramm, das zu einer deutlichen Verringerung der Vertriebskosten führte.

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln legte demnach um 5,6 Prozent auf 17,96 Milliarden Euro zu. Maßgeblich hierfür waren laut Bayer das anhaltend starke Wachstum in China sowie das weiterhin kräftige Umsatzplus beim Gerinnungshemmer Xarelto™ und dem Augenmedikament Eylea™, die jeweils einen Zuwachs von 12,6 Prozent erzielten. Xarelto™ habe vor allem von höheren Absätzen in China, Russland und Europa profitiert, während Eylea™ in der Region Europa, Nahost und Afrika besonders viel Plus erzielte und hier vor allem in Großbritannien und Deutschland sowie in Japan.

Rx legt deutlich zu

Deutliche Umsatzzuwächse gelangen Bayer auch mit dem Krebsmedikament Stivarga™ mit einem Plus von 27,3 Prozent und mit Adempas™ zur Behandlung von Lungenhochdruck, hier betrug die Steigerung 14,4 Prozent. Während Adempas™ sich vor allem in den USA positiv entwickelte, machten sich bei Stivarga™ hauptsächlich höhere Absätze in China bemerkbar. Deutliche Umsatzrückgänge von minus 18 Prozent waren beim Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon™ (Betaseron™) zu verzeichnen, was Bayer hauptsächlich auf den starken Wettbewerb in den USA zurückführt.

Im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ist die Anzahl der Klagen gegen Bayer weiter gestiegen. Bis zum 6. Februar wurden etwa 48.600 Klagen zugestellt, wie der Agrarchemie- und Pharmakonzern am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2019 in Leverkusen mitteilte. Bayer hatte die Zahl der zugestellten Klagen zuletzt im Oktober mit etwa 42.700 angegeben. Die Leverkusener und der 2018 übernommene US-Saatguthersteller Monsanto hatten in den ersten drei Glyphosat-Prozessen hohe Schadenersatzurteile kassiert. Der Konzern will die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Hinter den Kulissen laufen laut dpa aber auch Vergleichsgespräche unter Führung des Mediators und Staranwalts Ken Feinberg auf Hochtouren. Alle weiteren Verfahren wurden daher vertagt, um den Streitparteien Zeit für Verhandlungen zu verschaffen. Die meisten Analysten rechnen mit einem milliardenschweren Vergleich.

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