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Sportverletzungen
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Bänderrisse erkennen, behandeln und vorbeugen

Ein Innenbandriss im Sprunggelenk beschert Nico Schlotterbeck das WM-Aus. Bänderrisse sind alles andere als selten, ein Umknicken kann reichen. Ein Arzt verrät, mit welchem Trick man das Risiko senkt.
AutorKontaktdpa
Datum 23.06.2026  10:30 Uhr
Bänderrisse erkennen, behandeln und vorbeugen

Beim Laufen auf unebenem Boden wie Kopfsteinpflaster oder beim Zweikampf auf dem Fußballrasen: Das sind nur zwei Situationen von vielen, in denen man böse umknicken kann. Schießt dann ein enormer Schmerz in das Sprunggelenk, der Gehen (fast) unmöglich macht, haben die Bänder wahrscheinlich Schaden genommen, sind vielleicht sogar gerissen. Das ist Verteidiger Nico Schlotterbeck beim zweiten WM-Spiel der deutschen National-Elf passiert.

Was passiert bei einem Bänderriss im Sprunggelenk?

Beim Begriff Bänder dürften viele das Bild eines elastischen Gummibandes im Kopf haben. Tatsächlich lassen sich die Bänder in unserem Sprunggelenk aber eher mit den Speichen eines Fahrrads vergleichen. Ihre Aufgabe ist, die einzelnen Knochen des Sprunggelenks zusammenzuhalten und zu stabilisieren. Knickt der Fuß um, können die Bänder überdehnen, anreißen oder sogar komplett reißen.

»Je nachdem, in welche Richtung man den Fuß verdreht, reißen entweder Bänder auf der Innenseite, auf der Außenseite oder die Bandverbindungen zwischen Schienbein und Wadenbein, Syndesmose genannt«, erklärt Professor Dr. Markus Walther, Chefarzt des Fachzentrums für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie an der Schön Klinik München Harlaching.

Mit Abstand am häufigsten kommt dabei eine Verletzung der Außenbänder vor. Denn: »Für eine Verletzung des Innenbands wie bei Schlotterbeck braucht es eine gewisse Rotationsbewegung, wie sie bei dem Foul passiert ist«, so der Mediziner.

Was mache ich, wenn ich umgeknickt bin und es wehtut?

Ein Bänderriss macht sich durch Schmerzen und eine Schwellung bemerkbar – wie andere Verletzungen auch. »Was genau kaputtgegangen ist, kann man erst mal nicht rauslesen«, sagt Markus Walther. Der Rat bei (Sport-)Verletzungen ist aber immer gleich: Wichtig ist jetzt, das Gelenk nicht zu belasten, sondern es hochzulagern.

Gegen die Schwellung kann eine moderate, kontrollierte Kühlung helfen, so der Mediziner, »aber kein Eisspray und generell auch kein Eis direkt auf die Haut«. Besser: ein Kühlpack in ein Tuch einwickeln. Teil der Soforthilfe ist auch ein Kompressionsverband.

Nach der Ersten Hilfe sollte man die Verletzung ärztlich abklären lassen. Ärztinnen und Ärzte kennen verschiedene Schmerzpunkte, um eine erste Idee davon zu bekommen, ob die Bänder verletzt sind oder ob es doch der Knochen ist.

Gewissheit über den Zustand der Bänder können aber nur bildgebende Verfahren liefern. »Von außen kann man nicht sagen, ob 20 oder 50 Prozent des Bandes abgerissen sind. Ein MRT oder ein guter Ultraschall zeigen dann zuverlässig das Ausmaß der Verletzung«, sagt Markus Walther. Das ist die Grundlage, um zu entscheiden, wie die Verletzung am besten behandelt wird.

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