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Krebs in Deutschland

Auch positive Trends

22.12.2015
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Von Katja Egermeier / Mit fast 500 000 Neuerkrankungen pro Jahr haben Krebserkrankungen nach wie vor einen hohen Anteil an der Krankheitslast in Deutschland, es sind jedoch auch positive Entwicklungen zu erkennen. Das zeigt der aktuelle Bericht »Krebs in Deutschland« des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 252 060 Männer und 225 890 Frauen an Krebs. Das bedeutet für die zurückliegenden fünf Jahre eher eine Stagnation der Erkrankungszahlen, obwohl die Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung weiter zunimmt. 

 

Dies sei in den vergangenen Jahrzehnten die wesentliche Ursache für die Zunahme von Krebserkrankungen gewesen. Die aktuelle Entwicklung basiert nach Angaben des RKI auf rückläufigen Trends bei einigen der häufigsten Krebserkrankungen, zum Beispiel Darmkrebs. Hier seien die Erkrankungszahlen bei beiden Geschlechtern gesunken – möglicherweise ein Ergebnis der 2003 eingeführten Früherkennungskoloskopie.

 

Insgesamt könne man nicht von einer Trendwende sprechen, heißt es in dem RKI-Bericht. Steigende Zahlen seien beispielsweise bei den besonders gefährlichen Formen wie Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs zu erwarten. Insgesamt müsse man für das Jahr 2016 mit rund 500 000 neuen Krebserkrankungsfällen rechnen. Das Risiko für eine Tumorerkrankung liegt für Männer bei 51 Prozent und für Frauen bei 43 Prozent. Somit erkrankt fast jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an Krebs.

 

Dabei unterscheiden sich die einzelnen Krebsarten laut RKI erheblich in ihren Konsequenzen für die Betroffenen: Während die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs beispielsweise sehr schlecht ist, sei Hodenkrebs so gut behandelbar, dass er für die Betroffenen in der Regel nicht mit Einschränkungen ihrer Lebenserwartung verbunden ist.

 

Erstmals wurden für den Bericht »Krebs in Deutschland« auch Über­lebensraten bis zu zehn Jahre nach der Diagnose berechnet. So liegt die Zehn-Jahres-Überlebensrate bei Männern mit Hoden- sowie Prostatakrebs bei mehr als 90 Prozent. Ähnlich sieht es bei beiden Geschlechtern bei Melanomen der Haut aus. Zum Vergleich: Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt sowohl die Fünf-Jahres- als auch die Zehn-Jahres-Über­lebensrate bei unter 10 Prozent. /

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