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MSV3

Die Umstellung ist kein Problem

17.12.2014
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Von Daniel Rücker / Die Bestellplattform MSV3 hat gegenüber dem Vorläufer einige Vorteile. Bestellungen beim Großhandel werden deutlich einfacher. Dennoch scheuen viele Apotheker die Umstellung. Dabei gibt es keinen Grund, noch länger zu warten. Die Apotheker Hans-Peter Hubmann und Annkathrin Fischer sind mit dem neuen System sehr zufrieden. Und auch Phagro-Vorstand Lothar Jenne empfiehlt Apothekern den Umstieg auf MSV3.

PZ: Wie viele Apotheker haben bereits auf MSV3 umgestellt?

 

Hubmann: Ungefähr 25 Prozent unserer Kollegen arbeiten bereits mit MSV3. Das ist aus meiner Sicht deutlich zu wenig. Ich kann das nicht nachvollziehen. Die Umstellung ist recht einfach und das System läuft stabil.

 

PZ: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Umstellung gemacht?

 

Fischer: Die Umstellung ist kein Problem. Wichtig ist, dass mit dem Softwarehaus und dem Großhändler ein Termin für die Umstellung von MSV2 auf MSV3 vereinbart wird. Dann bekommt die Apotheke die Zugangsdaten. Die Umstellung am Stichtag macht federführend das Softwarehaus. Das geht meistens per Fernwartung. In manchen Fällen kommt ein Mitarbeiter des Softwarehauses in die Apotheke.

 

PZ: Was bedeutet das für den Apothekenbetrieb an diesen Tag?

 

Fischer: Der geht ganz normal weiter. Es gibt kaum Beeinträchtigungen. Schlimmstenfalls muss man mal eine Großhandelsbestellung per Fax schicken.

 

Hubmann: Bei mir hat die Umstellung eine halbe Stunde gedauert. Ich habe keine Sendung verpasst. Wenn man sich vorher mit dem Softwarehaus und dem Großhandel abspricht, dann geht alles sehr einfach. Das gilt für alle Kombinationen von Großhandlungen und ADAS-Softwarehäusern.

 

PZ: Bedeutet die Umstellung auch Veränderungen in den Arbeitspro­zessen?

 

Hubmann: Das muss nicht so sein. Es kommt immer darauf an, was der Apotheker mit dem Großhandel vereinbart hat. In der Regel lässt es sich organisieren, dass es für die Mitarbeiter keine Probleme im Arbeitsablauf gibt.

 

PZ: Welchen Vorteil hat MSV3 gegenüber MSV2?

 

Hubmann: Ich kann meine Bestellung für den Großhandel jederzeit bearbeiten, ich muss nicht auf eine Verbindung warten. Es gibt ein mit dem Großhandel abgesprochenes Zeitfenster, in dem ich meine Bestellung aufgebe. Wenn ich will, kann ich zwischendurch schon mal einen Teil der Bestellung an den Großhandel schicken.

 

Fischer: Wir haben oftmals große Bestellungen. Da war es oft sehr aufwendig, diese im Ganzen zu kontrollieren, bevor sie rausgehen. Jetzt können wir zwischendurch, wenn Zeit ist, einen Teil der Bestellung überprüfen und abschicken. Ich muss dafür nicht beim Großhandel nachfragen. Sehr positiv ist, dass ich am Ende trotzdem die gesamte Bestellung auf einem Lieferschein bekomme, egal in wie viele Tranchen ich sie unterteilt habe. Ein großer Vorteil ist auch, dass ich mit MSV3 direkt im Lager meines Großhändlers nachsehen kann, ob ein bestimmtes Arzneimittel lieferbar ist. Wenn ich einen Patienten am HV-Tisch habe, kann ich ihm sofort zusagen, dass sein Medikament zum vereinbarten Zeitpunkt da ist. Ich muss dazu nicht beim Großhandel anrufen. Der Patient hat so gut wie keine Wartezeit. Das ist ein großer Vorteil im Ablauf.

 

PZ: Herr Jenne, was ist der grundlegende Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bestellsystem?

 

Jenne: Ich möchte zuerst feststellen, dass ich alles bestätige, was Frau Fischer und Herr Hubmann gesagt haben. Ich sehe dieselben Vorteile von MSV3. Zu Ihrer Frage: Frau Fischer hat es schon gesagt. Es gibt keinen fest definierten Bestellzeitpunkt, sondern täglich ein oder mehrere Bestellfenster, die auf die Touren des Großhändlers abgestimmt sind. Bislang war es immer ein großes organisatorisches Problem, wenn eine Apotheke den Bestellzeitpunkt verpasst hatte. Jetzt haben wir ein Fenster über teils mehrere Stunden. Das macht es für die Apotheke erheblich einfacher.

 

PZ: Wie groß sind diese Bestellfenster?

 

Fischer: Das muss mit dem Großhandel vereinbart werden. Ich habe ein Bestellfenster von morgens 8:00 Uhr bis 9:48 Uhr. Kurz bevor das Bestellfenster geschlossen wird, sendet meine Apotheke alle bisher noch nicht übermittelten Artikel. Etwa zwei Stunden nachdem das Fenster geschossen wurde, erhalte ich die Lieferung.

 

Jenne: Die Technik der Bestellfenster ist aus meiner Sicht die größte Erleichterung für die Apotheker. Außerdem gibt es jetzt nur noch einen Typ von Bestellung. Früher gab es bei den Bestellungen Hohl- und Bringvorgänge. Jetzt gibt es nur noch einen Typus: Der Apotheker sendet an den Großhandel, er löst die Kommunikation aus. Das gilt für Bestellungen wie Verfügbarkeitsabfragen. Technisch ist die Umstellung von einer analogen Telefonleitung mit Modem auf eine Internetanwendung die größte Neuerung. Das war dringend notwendig, weil analoge Telefonleitungen bald vollständig ausgedient haben. Außerdem ist eine Internetverbindung permanent verfügbar.

 

PZ: Wir haben alle in den vergangenen Jahren gemerkt, dass Daten, die über das Internet gesendet werden, geschützt werden müssen. Wie geschieht das bei MSV3?

 

Jenne: Wir arbeiten mit https-Verbindungen, das erhöht den Sicherheitsstandard. Außerdem werden keine wirklich sensiblen Daten übertragen. Ein Sicherheitsproblem gibt es nicht.

 

PZ: Zum Schluss noch die Frage aller Fragen: Was kostet die Umstellung den Apotheker?

 

Fischer: Ich habe nichts bezahlt.

 

Hubmann: Ich auch nicht.

 

Jenne: Für die Mitgliedsunternehmen des Phagro kann ich sagen, dass die Umstellung beim Großhandel nichts kostet. Sollte eine Apotheke tatsächlich keinen DSL-Anschluss haben, muss sie diesen selbst bezahlen. /

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