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Chagas als »neue Sorge« in den USA

09.12.2015
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Von Katja Egermeier / Im Süden der USA häufen sich Fälle der Tropenkrankheit Chagas, die sonst hauptsächlich in Latein- und Südamerika auftritt. Schon 2009 waren nach einer Statistik der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC mehr als 300.000 Menschen infiziert, neuere Nordamerika betreffende Zahlen sind nicht verfügbar.

Übertragen wird der Erreger von Chagas, ein einzelliger Flagellat namens Trypanosoma cruzi, von der blutsaugenden Raubwanze. Die Symptome der Krankheit werden selbst lange nach der Infektion nur selten sichtbar. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisa­tion (WHO) kommt es in den ersten zwei Monaten nach der Übertragung bei weniger als 50 Prozent der Menschen zu Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen oder geschwollenen Lymphdrüsen. 30 Prozent der Träger des Erregers erleiden langfristig Herzprobleme, 10 Prozent Nerven- oder Verdauungsprobleme. In den schlimmsten Fällen kann es selbst Jahre später durch Herzversagen zum plötzlichen Tod kommen.

 

Als Therapie stehen die beiden Wirkstoffe Benznidazol und Nifurtimox zur Verfügung, die zumindest in der akuten Phase des Krankheitsverlaufs gute Chancen auf Heilung bieten. Wenn die Infektion bereits in jungen Jahren diagnostiziert werden kann, bestehen für die Betroffenen daher gute Heilungschancen. Je länger die Erkrankung bereits besteht, desto geringer fällt die Wirksamkeit der Wirkstoffe aus.

 

Patienten in den USA werden nur selten auf den Erreger getestet. Einzige Ausnahme: Untersuchungen von Blutspendern. Nach CDC-Angaben wird in den USA einer von 27 500 Blutspendern positiv auf Chagas getestet. In Texas dagegen liegt die Zahl viel höher. Nach einer Studie der Baylor Medizinuniversität in Houston ist einer von 6500 Blutspendern mit der Tropenkrankheit infiziert. Auch wenn die Zahl der in den USA infizierten Menschen steige, stammen die meisten Fälle von Chagas immer noch von Immigranten aus Zentral- und Südamerika. /

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