Pharmazeutische Zeitung online
Imagekampagne

Kommt Hoëcker in die Apotheke ...

10.12.2014
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Von Yuki Schubert, Köln / Anfang Dezember wurde in Köln der Kinowerbespot für die ABDA-Imagekampagne »Näher am Patienten« gedreht. Die Pharmazeutische Zeitung war live am Ort des Geschehens und hat den Dreh einen Tag lang begleitet.

Neonröhren surren. Der Regisseur schreit: »Ruhe bitte!« Kabelsalat hat noch nie so aufgeräumt ausgesehen. Ein Mann Anfang 20 hat sich an seinem Gürtel verschiedene Klebebandrollen umgeschnallt. Er springt zur Seite. Kommandos fliegen nun kurz und knapp durch die Luft: »Ton ab!«, »Ton läuft!«, »Klappe, die siebte«, »Set und bitte!« Sobald der letzte Ausruf gefallen ist, bahnt sich der bekannte Comedian Bernhard Hoëcker seinen Weg durch die Requisite an den HV-Tisch zur Apothekerin. Er hat ein etwas ungewöhnliches Anliegen, fernab von Schnupfenspray oder Schmerzmitteln, soviel sei verraten.

 

Skurril und lustig

 

Es sind skurrile, aber vor allem lustige Szenen, die im Mittelpunkt dieser Werbespots stehen. »Nichts davon würde je in einer Apotheke passieren«, sagt Alexander Springensguth, Geschäftsführer der PR-Agentur Cyrano, amüsiert. Tatsächlich wirkt das, was sich vor der Kamera abspielt, wie aus einer Traum- oder Filmwelt. Hinter den Spots stehe die Botschaft, dass Apotheker vor Ort sogar in Extremsituationen souverän reagieren können, erklärt der Werbefachmann weiter.

 

Drehort ist das Gebäude der Innovations-Akademie deutscher Apotheken. Wir sind im fünften Stock hoch über den Dächern von Köln. In einer dort zu Übungszwecken eingerichteten Apotheke stehen sich Hoëcker und die 30-jährige Gewinnerin des Apotheker-Castings, Daniela von Nida, gegenüber.

 

Auf der Expopharm hatte die frischgebackene Apothekenbesitzerin am ABDA-Stand einen Sketch über rote Gummibärchen und ihre positive Wirkung für Herz und Psyche vorgeführt und sich damit gegen die Konkurrenz durchgesetzt. »Ich hätte nie mit einem Anruf gerechnet.

Anfangs war ich sogar schon in der Maske total nervös. Jetzt bin ich aber ruhiger, da die Zusammenarbeit mit Bernhard und dem Team sehr entspannt ist«, erzählt von Nida in einer Drehpause.»

 

Insgesamt gab es 140 Bewerber. Zehn davon haben wir Anfang November zu einem Testshooting eingeladen. Daniela hat letztlich mit ihrem schauspielerischen Talent überzeugt«, sagt Springensguth. Wenn alles im Kasten sei, kämen ausgewählte Spots jeweils im März und Oktober 2015 auf die große Kinoleinwand, erzählt ABDA-Kampagnenmanager Gianluigi Ortu in einer ruhigen Minute neben technischen Requisiten.

 

Der Dreh dauert nun schon eine ganze Weile und das spürt man auch. Die Raumtemperatur liegt durch die Scheinwerfer bei gefühlten 35 Grad und Sitzplätze sind heiß begehrt. Immer wieder werden Szenen wiederholt, Sätze abgeändert oder Mimik und Gestik variiert.

 

Erste Impressionen

 

Auf einem Bildschirm etwas abseits des Geschehens gibt es erste Impressionen. Von diesem Platz aus koordiniert der an diesem Tag ernannte Set-Aufnahmeleiter den Dreh. Bewaffnet mit Drehplan und Skriptprotokoll für den Schnitt schreit er: «Ihr habt nur noch 30 Minuten für die Szene.« »Okay«, tönt es über die Regalwände hinweg.

 

Man hört und sieht sich, doch trotzdem ist da drüben eine andere Welt. Apothekerin und Comedian werden immer wieder gepudert und zurechtgerückt. Die Stelle, an der Hoëcker am HV-Tisch steht, wird mit Farbe markiert. Nach einer Weile muss das Set für eine neue Szene umgebaut werden.

Hoëcker, bekannt aus TV-Sendungen wie »Genial daneben« oder »Nicht nachmachen«, nimmt auf einem Sessel im Apothekenset Platz. Er verrückt ihn ein wenig. »Ich merk mir genau die Stelle, sonst wird der Regisseur sauer«, sagt er verschmitzt. Man kennt und schätzt ihn hier, selbst der Tonmeister erinnert sich an eine Begegnung vor Jahren.

 

Wie kommt es aber, dass Hoëcker nun Werbung für Apotheken macht? »Es ist ganz einfach, ich wurde gefragt. Ich mache aber nur Werbung für Dinge, die ich selbst brauche und, na ja, es liegen Apotheken auf meinem Weg von zu Hause zur Hundewiese und da schaue ich immer wieder gerne rein.« Er rückt ein wenig näher. »Ich brauchte einmal abends um die Weihnachtszeit herum ein Schmerzmittel. In der Apotheke habe ich dann gemerkt, dass die Freunde meines Apothekers eine kleine Feier im Hinterzimmer abgehalten haben. Er hat aber sein Schnitzel stehen lassen und mir weitergeholfen, da war ich ihm sehr dankbar«, lächelt er.

 

»Bernhard« ertönt es im Hintergrund. »Oh!« Behände richtet er den Sessel wieder an seinen Platz. So schnell vergehen drei Minuten. Im Sauseschritt ist er wieder mittendrin, die Frau aus der Maske steht schon bei ihm. Wieder kommen die Kommandos. »Ruhe bitte!« Die Kamera läuft. /

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