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GKV-Finanzlage

BMG erwartet Überschuss für 2009

08.12.2009
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Von Stephanie Schersch / Entgegen bisheriger Erwartungen könnten die gesetzlichen Krankenkassen das laufende Jahr mit einem leichten Überschuss von unter einer Milliarde Euro abschließen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jetzt vorgelegt hat.

Demnach haben die Kassen in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 ein Plus von rund 1,4 Milliarden Euro erzielt. »Den Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds in Höhe von 127,8 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 126,4 Milliarden gegenüber«, heißt es beim BMG. Die Finanzlage der Kassen habe sich im Verlauf des Jahres 2009 stabilisiert.

Trotzdem sei im vierten Quartal nicht mit einem weiteren Auf-, sondern mit einem Abbau des Gewinns zu rechnen. Üblicherweise liegen die Ausgaben in den letzen Monaten höher als in den ersten drei Quartalen eines Jahres. Hinzu kommen die Kosten für die Schweinegrippe-Impfung in Höhe von insgesamt 600 Millionen Euro, die nun anfallen. Den Gesamtjahreswert für 2009 schätzt das BMG daher auf unter eine Milliarde Euro.

 

Für das kommende Jahr hat der GKV-Schätzerkreis zuletzt ein Defizit von 7,5 Milliarden Euro errechnet. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung zusätzliche Bundeszuschüsse von 3,9 Milliarden Euro zugesagt, sodass dem Fonds 2010 Steuermittel von insgesamt 15,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Damit soll sich nach Angaben des BMG »das bislang erwartet Defizit im Jahr 2010 mehr als halbieren«. Noch in diesem Monat wird sich der Schätzerkreis unter Berücksichtigung der aktuellen Quartalsergebnisse und der gesamtgesellschaftlichen Eckdaten erneut mit der voraussichtlichen Finanzentwicklung des Gesundheitsfonds beschäftigen und eine aktuelle Prognose vorlegen.

 

Die Leistungsausgaben der Kassen insgesamt sind in den ersten drei Quartalen um 6,6 Prozent je Versicherten gestiegen und lagen damit noch unter der bisherigen Ausgabenprognose von 7 Prozent. Für ambulante ärztliche Behandlungen wurde ein Kostenzuwachs von 8,7 Prozent verzeichnet, für ärztliche Früherkennungsuntersuchungen ein Anstieg von mehr als 21 Prozent. Die stationäre Versorgung hat laut BMG einen Ausgabenanstieg von 6,4 Prozent je Versicherten verursacht. Bei Arzneimitteln sind die Ausgaben der GKV in den ersten drei Quartalen 2009 um insgesamt 5,2 Prozent gewachsen. Gesunken sind hingegen die Ausgaben bei Schutzimpfungen. Die Kosten der Kassen für die Impfung gegen das Schweinegrippevirus sind darin jedoch noch nicht enthalten. Mit mehr als 7 Prozent Ausgabenzuwachs schlagen die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen zu Buche. /

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