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Viren müssen Fehler machen

12.12.2005
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Viren müssen Fehler machen

PZ / Bei Viren sind anscheinend die Schlampigsten die Gefährlichsten. Sie müssen eine gewisse Anzahl an Fehlern bei der Replikation ihres Genoms machen, um infektiös zu sein, berichten Raul Andino und seine Kollegen von der University of California in San Francisco in der Fachzeitschrift »Nature« (DOI: 10.1038/nature04388).

 

Die Forscher hatten einen Poliovirusstamm isoliert, der deutlich korrekter sein RNA-Genom replizierte als andere Stämme und dadurch aber weniger pathogen war. Als die Forscher den Wirkstoff Ribavirin zufügten, der Fehler im Erbgut verursacht, wurden die Viren wieder deutlich virulenter.

 

RNA-Viren wie der Polioerreger haben keine Korrekturmechanismen wie Organismen mit DNA-Genom sie besitzen. Daher entstehen bei der Infektion eines Wirts ein Schwarm von mutanten Viren. Mit der fehlerfreien Replikation büßen die Erreger anscheinend an Variabilität ein, die sie benötigen, um sich den verschiedenen Bedingungen bei der Infektion eines Wirtes anzupassen.

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