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Fructose hat bitteren Beigeschmack

12.12.2005
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Fructose hat bitteren Beigeschmack

von Sven Siebenand, Eschborn

 

Übermäßiger Verzehr von Fructose führt anscheinend zu Adipositas und metabolischem Syndrom, wie Forscher der Universität Florida bei Versuchen an Ratten entdeckt haben.

 

Im Fachmagazin »Nature Clinical Practice Nephrology« berichten die Wissenschafter, dass die Aufnahme von Fruchtzucker den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen lässt. Ein Zuviel an Harnsäure blockiert die insulinabhängige Zuckerverwertung. Dies führt zu Insulinresistenz und schließlich zur Ausbildung typischer Symptome des metabolischen Syndroms wie Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhten Cholesterolspiegel.

 

Im Blut von Ratten, die zehn Wochen lang fructosereiche Nahrung erhielten, wiesen die US-Forscher einen Anstieg der Harnsäurespiegel und die Entstehung von Insulinresistenz nach. Ratten, die eine normale Nahrung erhielten, blieben dagegen gesund. Nun untersuchen die Wissenschaftler in menschlichen Zellkulturen den Einfluss des Harnsäureanstiegs auf die Entstehung von Übergewicht und kardiovaskulären Erkrankungen. »Wir können noch nicht definitiv sagen, dass Fructoseverzehr beim Menschen zu Adipositas führt«, sagte Professor Dr. Richard J. Johnson von der Universität Florida. Aber vieles spreche dafür, dass Fructose dazu beiträgt beziehungsweise eine Schlüsselfunktion einnimmt.

 

Dafür spricht auch, dass beispielsweise in den USA seit Anfang der 70er-Jahre der Fructosekonsum um 30 Prozent gestiegen ist. Seitdem hat sich auch die Anzahl von Menschen mit metabolischem Syndrom weltweit verdoppelt. Allein in den USA sind mehr als 55 Millionen Menschen betroffen. Bestätigen sich die neuen Erkenntnisse zu Fructose, wird das zukünftig die Ernährungsrichtlinien deutlich beeinflussen.

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