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Ginkgo gegen Demenz

Therapie früh beginnen

06.12.2011
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PZ / Wenn sich die ersten Symptome einer Demenz manifestieren, ist der Krankheitsprozess bereits weit fortgeschritten. Die symptomatische Therapie mit Ginkgo-Präparaten kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die Einnahme sollte möglichst früh begonnen werden.

Demenzen wie die Alzheimer-Krankheit sind vor allem Erkrankungen des höheren Lebensalters. Sie stellen in unserer alternden Gesellschaft ein wachsendes Problem dar. »Wir benötigen dringend Therapiemöglichkeiten für die erschreckend anwachsende Zahl erkrankter Patienten, möglichst bereits im Vor-Demenzstadium«, sagte Professor Dr. Harald Hampel von der Frankfurter Goethe-Uni bei einem Satellitensymposium am Rande der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin.

Dass die unterstützende Behandlung mit täglich 240 mg eines standardisierten Ginkgoextraktes bei Patienten mit Demenz die Selbstständigkeit länger erhalten kann, hatte bereits im April dieses Jahres das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) festgestellt. Der Gemeinsame Bundesaus­schuss folgte der IQWiG-Empfehlung und beließ Ginkgo-Präparate zur Behandlung der Demenz auf der sogenannten Ausnahmeliste. Dadurch können die freiverkäuflichen Präparate weiterhin zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden.

 

Hampel stellte auf der von der Firma Schwabe unter­stützten Veranstaltung nun neue Studienergebnisse vor, die bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen, aber noch keinem klinisch manifesten Demenzsyndrom einen positiven Effekt des Ginkgo-Extraktes EGb 761 (Tebonin®) zeigen. Zu Beginn des Einnahmezeitraums hatten die 300  Teilnehmer der Studie über leichte Einschränkungen der Kognition mit subjektiven Beschwerden geklagt (doi: 10.4236/nm.2011.21007). »Die Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisleistung steigerte sich nach dreimonatiger Einnahme von täglich 240 mg EGb 761 signifikant«, sagte Hampel.

 

Um mit Ginkgo eine Verbesserung der Kognition zu erreichen, komme es neben dem frühen Therapiestart und der richtigen Dosierung vor allem auf eine gute Compliance an. Diese sei auch unerlässlich, wenn man die Progression einer beginnenden Demenz verlangsamen wolle. »Ein Nutzen für den Patienten ist nur bei ausreichender Dosierung, guter Compliance und langfristiger Einnahme zu erwarten«, fasste Hampel zusammen. /

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