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Massenentlassungen bei Merck Inc

06.12.2005
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USA

Massenentlassungen bei Merck Inc.

PZ / Der US-Pharmakonzern Merck will in den nächsten drei Jahren 11 Prozent seiner Stellen streichen und fünf Produktionsstandorte verkaufen oder schließen. Damit versucht der Pharmariese, erwartete Umsatzeinbrüche wettzumachen.

 

Bis Ende 2008 will Merck 7000 Stellen in allen Betriebsbereichen kürzen, die Hälfte davon außerhalb der USA. Außerdem sollen fünf der insgesamt 31 Produktionsstandorte sowie drei Forschungseinrichtungen verkauft oder dicht gemacht werden. Für den Konzern und seine Mitarbeiter harte Einschnitte.

 

Bereits in den vergangen Monaten hatte das Management immer wieder zum Rotstift gegriffen, erst im Oktober mussten knapp 1000 der rund 63.000 Angestellten gehen. Der Grund für Mercks einschneidendes Vorgehen: Im kommenden Jahr fällt mit Zocor das wichtigste Produkt des Herstellers aus dem Patentschutz. Damit nicht genug: 2008 geht mit Fosamax auch die Nummer zwei des Konzerns in den freien Markt. Sieben Milliarden US-Dollar, ein Drittel des Gesamtumsatzes, bringen die beiden Blockbuster zusammen dem Unternehmen in diesem Jahr. Doch die Forschungspipeline ist leer.

 

Bereits bei seinem Amtsantritt im Mai hatte der neue Merck-CEO Richard Clark daher größere Veränderungen in der Betriebsstruktur angekündigt. Zwei Milliarden Euro will der Konzern sich den Umbau kosten lassen, der dem Unternehmen bis 2010 vier Milliarden Euro an Einsparungen bringen soll. Neben der Verschlankung soll vor allem eine Erhöhung der Schlagzahl zu Buche schlagen: So sollen Fertigungs- und Lagerzyklen verkürzt, der Einkauf neu ausgerichtet werden.

 

Management darf bleiben

 

Ausgeblendet wird in den Merck-Chefetagen auch weiterhin eine mögliche Haftungsverpflichtung im Zusammenhang mit dem wegen gesundheitsgefährdender Nebenwirkungen vom Markt genommenen Medikament Vioxx. Derzeit laufen rund 6400 Schadenersatzprozesse sowie knapp 160 Sammelklagen gegen den Hersteller. In einem ersten Verfahren verurteilt, ging ein zweiter Prozess zu Gunsten des Pharmariesen aus. Rückstellungen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in diesem Zusammenhang bislang nicht gebildet.

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