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Ökonomen wollen Rx-Versand behalten

30.11.2016  09:53 Uhr

Von Daniel Rücker / Die Bundesländer hatten sich am 25. November mit Mehrheit für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ausgesprochen. Die Monopolkommission und der Sachverständigenrat für Gesundheit halten dieses Votum für falsch.

 

Die beiden Gremien setzen auf mehr Wettbewerb. Ein Rx-Versandverbot halten sie für kontraproduktiv. »Es gibt viele Instrumente, mit denen man die Versorgung sichern kann, die Einschränkung des Wettbewerbs gehört nicht dazu«, zitiert die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ) den Vorsitzenden der Monopolkommission, Achim Wambach. Anstelle eines schnellen Verbots des Rx-Versands sei es sinnvoller, die einzelnen Szenarien in Ruhe zu durchdenken.

Ähnlich sieht es der Vorsitzende der Gesundheitssachverständigen, Professor Eberhard Wille: »Wenn wir den Versandhandel abschaffen, laufen wir Gefahr, die Versorgung zu schwächen«, sagte er der FAZ. Wambach und Wille sehen keine Versorgungslücken. Den Preiswettbewerb wollen die beiden Ökonomen forcieren. »Es gibt gute Gründe dafür, das auszubauen und einen gewissen Preiswettbewerb zuzulassen«, sagte Wambach. Er favorisiert ein Höchstpreismodell oder eine Preisspanne für die Apotheker.

 

Das Votum von Wille und Wambach kommt nicht überraschend. Monopolkommission und Sachverständigenrat beraten zwar den jeweiligen Bundesgesundheitsminister, wenn es aber um Apotheken geht, sind Wirtschaftsexperten und Politiker häufig nicht einer Meinung. Das war auch unter Herrmann Gröhes (CDU) Vorgängern, Daniel Bahr (FDP), Philipp Rösler (FDP) und Ulla Schmidt (SPD), ähnlich. Darauf verlassen sollte man sich natürlich nicht. /

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