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HIV

Mehr Jugendliche sterben an Aids

26.11.2013
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Von Katja Egermeier und Anna Hohle / Mithilfe antiretroviraler Therapien sterben immer weniger Menschen an der Immun­schwächekrankheit Aids. Das geht aus dem aktuellen Bericht von UNAIDS, dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, hervor. Doch gerade junge Menschen infizieren sich zunehmend mit dem Virus.

Die antiretrovirale Therapie rettet Leben, auch indem sie Neuansteckungen verhindert. Darauf weisen die Studienautoren des neuesten UNAIDS-Berichts hin. Demnach konnten infolge dieser Therapie zwischen 1995 und 2012 weltweit rund 6,6 Millionen Todesfälle durch Aids verhindert werden.

 

Rund 9,7 Millionen Patienten erhielten 2012 eine antiretrovirale Behandlung. Das sind 1,6 Millionen Menschen mehr als noch 2011. Dieser Fortschritt, der nach den Angaben von UNAIDS an niedrigeren Therapiekosten liegt, kommt vor allem dem meistbetroffenen Gebiet südlich der Sahara zugute. Dennoch bekommt laut UNAIDS weltweit nur etwa die Hälfte aller HIV-Patienten geeignete antiretrovirale Therapien.

 

Die Zahl der Neuinfektionen geht dem Bericht zufolge insgesamt zurück: 2012 haben sich weltweit 2,3 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert; im Jahr 2001 waren es noch 3,4 Millionen gewesen. Die Ansteckung von Kindern ist sogar zu 52 Prozent zurückgegangen. Sorgen macht den Vereinten Nationen jedoch die große Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener, die sich neu mit dem HI-Virus infizieren. Laut UNAIDS betreffen etwa 40 Prozent aller Neuinfektionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Während die Zahl der Aidstoten in allen anderen Altersgruppen zwischen 2005 und 2012 durchschnittlich um 30 Prozent zurückging, hat sie sich bei Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren verdoppelt. Vor allem junge Frauen in Entwicklungs- und Schwellenländern sind betroffen. Für Frauen im gebärfähigen Alter ist Aids weltweit die häufigste Todesursache.

 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO forderte deshalb in dieser Woche, junge Menschen mit und ohne HIV-Infektion besser vor dem Aids-Virus zu schützen. So müssten Jugendliche in Gebieten mit hohen Infektionsraten leichter HIV-Tests durchführen können und durch jugendfreundliche Programme über die Erkrankung aufgeklärt werden. Bereits infizierte Jugendliche müssten mehr Unterstützung und eine bessere medizinische Versorgung erhalten. /

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