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30.11.2010
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Tod durch Passivrauchen

 

dpa / Einer von hundert Menschen stirbt am Passivrauchen. Insgesamt gebe es weltweit jährlich über 600 000 Tote, 165 000 davon seien Kinder. Das berichten Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Fachjournal »The Lancet« in einer Studie. Sie ist nach Auskunft der Zeitschrift die erste, die das Passivrauchen umfassend global beleuchtet. Weltweit sind demnach 40 Prozent der Kinder, 35 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer unfreiwillig Tabakrauch ausgesetzt. Dadurch sterben nach WHO-Schätzungen 379 000 Menschen durch Herzleiden, 165 000 durch allgemeine Atemwegserkrankungen, zusätzlich 36 900 durch Asthma und 21 400 Menschen durch Lungenkrebs. Die Autoren um Annette Prüss-Ustün nutzten Daten von 2004, weil es keine jüngeren Zahlen für die gesamten 192 betrachteten Länder gebe. Etwa 47 Prozent der Todesopfer sind Frauen, 26 Prozent Männer und 28 Prozent Kinder.

 

Stammzellen bei Augenleiden

 

dpa / US-Forscher haben die Erlaubnis bekommen, embryonale Stammzellen gegen das Augenleiden Morbus Stargardt beim Menschen einzusetzen. Nach vielversprechenden Ergebnissen bei Ratten und Mäusen darf das Verfahren jetzt erstmals auch an Menschen getestet werden. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA gab nach langem Zögern ihre Zustimmung, teilte das Biotech-Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT) mit. Dieser Versuch ist weltweit die zweite offiziell genehmigte Untersuchung dieser Art. Erst im Oktober hatten US-Ärzte einen teilweise gelähmten Patienten mit embryonalen Stammzellen behandelt. Morbus Stargardt ist eine erbliche Makula-Degeneration, die meist im Alter von 10 bis 20 Jahren einsetzt und das Sehvermögen fortschreitend einschränkt. Bisher gibt es keine Therapie, die die Krankheit aufhält. »Bei Ratten brachten die Stammzellen eine 100-prozentige Besserung im Vergleich zu nicht behandelten Tieren«, erklärte Robert Lanza von ACT. »Jetzt hoffen wir, dass wir ähnliche Erfolge bei Patienten mit unterschiedlichen Formen der Makula-Degeneration erzielen.« Das Verfahren, bei dem Forscher Pigmentepithelzellen aus den Stammzellen menschlicher Embryonen gewinnen, wird zunächst nur an zwölf Patienten getestet. Bevor es in den USA größer zum Einsatz kommen könnte, dürften aber noch etliche Jahre vergehen. Ob es in Deutschland je zugelassen wird, ist wegen der Nutzung embryonaler Stammzellen fraglich.

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