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Krötsch folgt auf Linz

25.11.2008
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Krötsch folgt auf Linz

Von Hartmut Morck und Bettina Sauer

 

Dr. Ulrich Krötsch ist neuer Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK). Die Mitgliederversammlung wählte den Präsidenten der Bayerischen Landesapothekerkammer am Dienstag in Berlin als Nachfolger von Magdalene Linz.

 

Krötsch setzte sich in der Wahl gegen den Präsidenten der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, Dr. Andreas Kiefer, durch. Krötsch und Kiefer sind beide Apothekeninhaber und gehörten schon in der vergangenen Legislaturperiode dem Vorstand der BAK an. In einer Rede auf der Mitgliederversammlung stellte Krötsch seinen geplanten Kurs als Präsident vor.

 

Demnach möchte er die BAK-Qualitätsoffensive fortsetzen und dabei namentlich das kürzlich beschlossene, bundeseinheitliche Qualitätsmanagementsystem (QMS) der Kammern für Apotheken vorantreiben, die pharmazeutische Fort- und Weiterbildung stärken und die externe Qualitätsprüfungen für Apotheken ausbauen. »Der Apotheker bürgt für pharmazeutische Qualität«, sagte Krötsch. »Dafür müssen wir ihn rüsten, und das müssen wir auch in der Öffentlichkeit erkennbar machen.« Ferner möchte er das Berufsbild um Aspekte der Prävention erweitern. Zum Vizepräsidenten der BAK wählte die Versammlung mit 92 Prozent der Stimmen Lutz Engelen, selbstständiger Apotheker und Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Erste Beisitzerin im Vorstand wird mit 97 Prozent der Stimmen Dr. Christina Bendas, angestellte Krankenhausapothekerin und Vorstandsmitglied der Sächsischen Landesapothekerkammer. Zweiter Beisitzer wird mit 92 Prozent der Stimmen Thorsten Gottwald, angestellter Offizin-Apotheker und Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Alle drei sind neu im BAK-Vorstand. Andreas Kiefer wurde mit 96 Prozent der Stimmen zum Dritten Beisitzer gewählt und gehört damit dem Vorstand weiter an.

 

Wunschgemäß legte Dr. Bernd Pitzner sein Amt als Vizepräsident der BAK nieder. Die Mitgliederversammlung dankte dem Krankenhausapotheker mit stehenden Ovationen. Minutenlang im Stehen applaudierten sie auch Magdalene Linz, die in den vergangenen vier Jahren Präsidentin der BAK war und im Vorfeld der Versammlung mitgeteilt hatte, dass sie für das Amt nicht mehr zur Verfügung steht.

 

Linz: Wir haben viel bewegt

 

Linz verabschiedete sich als BAK-Präsidentin mit einem positiven Rückblick auf ihre vierjährige Amtszeit von Anfang 2005 bis Ende 2008. Die gesteckten Ziele seien zwar nicht vollständig erreicht worden, aber man habe viel bewegen können. Die BAK habe in den vergangenen vier Jahren die Apotheker stärker als unverzichtbaren Partner im Gesundheitswesen verankern können. Auch die Politiker hätten die Bedeutung der Apothekerinnen und Apotheker für die Gesellschaft erkannt.

 

Beigetragen dazu hätten eine bessere Weiterbildung und mehr pharmazeutische Dienstleistungen. Auch habe man die Selbstverwaltung durch Übernahme weiterer staatlicher Aufgaben gestärkt. In der Ausbildung war die BAK ebenfalls aktiv. Die Klinische Pharmazie sei weitgehend umgesetzt worden. In die Diskussion um Bachelor- und Master-Abschlüsse sei inzwischen Ernüchterung eingetreten. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Amtszeit sei die Fortbildung gewesen. Insbesondere seien die dezentralen Wochenendworkshops  zur Pharmazeutischer Betreuung eine Erfolgsgeschichte geworden. Ebenso sei die Zertifikatsfortbildung weiterentwickelt worden, nicht nur für Approbierte sondern auch für Nichtapprobierte.

 

Als kontrovers bezeichnete Linz die Diskussion um die Qualitätssicherung. Trotzdem habe sich dieses Thema zur Erfolgsgeschichte entwickelt. Immerhin habe man sich auf eine Mustersatzung einigen können.

 

Die Studien der Stiftung Warentest hätten mit dazu beigetragen, dass die BAK eine Qualitätsoffensive gestartet habe. Dazu gehören laut Linz auch eigene Studien. Diese hätten gezeigt, dass die Apotheken arzneimittelbezogene Probleme lösen können, bei  verordneten wie bei OTC-Arzneimitteln. Als Erfolg wertete die scheidende Präsidentin die gemeinsame Selbstverpflichtungserklärung aller Landesapothekerkammern, sämtliche Instrumente einzusetzen, um die Qualität in den Apotheken zu verbessern.

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