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Welt-Aids-Tag

Aufklärung ist die beste Prävention

28.11.2006
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Welt-Aids-Tag

Aufklärung ist die beste Prävention

Von Birgit Masekowitz

 

»Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung. Für uns selbst und andere.« Das ist das Motto der Gemeinschaftsaktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) und der Deutschen Aids-Stiftung (DAS ) zum Weltaidstag am 1. Dezember.

 

Weltweit steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen immer noch an, im Jahr 2005 waren es schätzungsweise 4,1 Millionen. Auch in Deutschland ist wieder ein Anstieg festzustellen. Für das erste Halbjahr 2006 sind dem RKI insgesamt 1197 neu diagnostizierte HIV-Infektionen gemeldet worden. »Obwohl die Zahlen hierzulande weit niedriger sind als in Asien oder Afrika, zeigen sie uns doch, dass weitere Anstrengungen für eine bessere Aufklärung nötig sind. Denn jede Neuinfektion wäre vermeidbar gewesen«, sagte Frau Dr. Elisabeth Pott, die Direktorin der BzgA, am Dienstag in Berlin. Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mahnte, man dürfe im Kampf gegen Aids bei der Aufklärung nicht nachlassen. »Es greift der Glaube um sich, dass es sich bei HIV beziehungsweise Aids um eine normale chronische Krankheit handelt, die dank der Fortschritte in der Medizin gut behandelbar ist.« Aids müsse wieder verstärkt in den Medien thematisiert werden, um diese Missverständnisse auszuräumen. Die im Bundeshaushalt für die Aids-Aufklärung eingeplanten Mittel sind daher für das kommende Jahr um 3 Millionen Euro, auf insgesamt 12,2 Millionen Euro aufgestockt worden.

 

Das Ziel der Aktion »Gemeinsam gegen Aids« ist es, ein Zeichen im Kampf gegen die Ausbreitung von HIV und für das Leben und die Gesundheit der Betroffenen zu setzen. Die Zusammenarbeit der drei großen Aids-Einrichtungen geht in diesem Jahr in die dritte Runde und wie in der Vergangenheit fanden sie vier Prominente, die ihren Bekanntheitsgrad nutzen, um die Wahrnehmung des Themas in der Öffentlichkeit und speziell bei Jugendlichen wieder zu verstärken. Der Rapper Samy Deluxe, Entertainer Thomas Hermanns, Schauspieler Benno Fürmann und die Moderatorin und Designerin Verona Pooth sind die neuen Gesichter der Kampagne. Im Vorfeld des Weltaidstages am 1. Dezember 2006 sind die vier Prominenten auf Plakaten, Postkarten und Anzeigen zu sehen.

Kommentar: Schwer zu greifen

Am 1. Dezember ist Weltaidstag. Wenn es draußen trüb oder dunkel ist, meist kalt, dann rückt ein Thema in die erste Reihe, das kein Nischendasein fristet, aber über das nicht alle gerne und mit Inbrunst sprechen.

 

Aids ist zwar kaum mehr tabuisiert, aber diejenigen, die mit der Krankheit und ihren Folgen leben müssen - und immer noch daran sterben - finden sich häufig am Rand der Gesellschaft - nur selten in der Mitte. Daran wollen viele Initiativen etwas ändern, bringen das Thema Aids zurück in die Gesellschaft. Prominente leihen ihre Gesichter, Betroffene berichten von ihren Schicksalen, Politiker planen und mahnen.

 

Doch den Rand erreicht vieles nicht. Es gibt sie eben doch, die Migranten, die Armen, die Ungebildeten und auch die, die die Gefahr einer Infektion bewusst riskieren. Der Weltaidstag erinnert uns aber eben nicht nur an die Ränder, an Infizierte, Risikogruppen und Sterbende. Er schafft Aufmerksamkeit in Schulen, Familien, auf der Straße und in Clubs. Es ist gut, dass das Tabu immer kleiner wird. Ungefährlicher wird die Krankheit damit nicht.

 

Thomas Bellartz

Leiter der Hauptstadtredaktion

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