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Großhandel kommt Pfizer entgegen

29.11.2005
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Arzneimittelvertrieb

Großhandel kommt Pfizer entgegen

von Thomas Bellartz, Berlin

 

Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) bemüht sich, Pfizer bei der Diskussion um eine Lösung von Vertriebsproblemen des Herstellers entgegenzukommen. Der Verband präsentiert nun ein eigenes Modell.

 

Der Großhandel sei »wegen der Kontingentierung einiger Arzneimittel und der dadurch verursachten Lieferengpässe in äußerster Sorge um die Versorgungssicherheit«. Beobachtungen bestätigen, dass bei einigen Handelsformen an ihn tatsächlich nur etwa 15 bis 30 Prozent der nachgefragten Mengen ausgeliefert werden.

 

Bislang diskutierte Lösungsansätze wie das Handelsvertreter-Kommissionsagentenmodell seien nicht zielführend, heißt es. Diese sähen weder den pharmazeutischen Großhandel als unabhängigen Vollversorger vor und würden nicht dessen satzungsgemäßer Verpflichtung zur Herstellerneutralität gerecht. Beides seien aber »tragende Elemente des aktuellen und bewährten Distributionssystems«.

 

Vor diesem Hintergrund habe der Phagro-Vorstand beschlossen, eigenständig eine konstruktive Lösung anzubieten. Gegenüber der PZ hieß es, man habe eine »namhafte Anwaltskanzlei damit beauftragt, die kartellrechtlichen Möglichkeiten für eine angemessene Vertriebsbindung auszuloten«. Diese beziehe sich nur auf solche Arzneimittel, »deren Verfügbarkeit im Moment eingeschränkt ist und die für die Patienten unbedingt erforderlich sind«.

Beim Verband geht man davon aus, dass das Bundeskartellamt und/oder die EU-Kommission bei einer solchen verhältnismäßigen Vertriebsbindung keinen Anlass zum Einschreiten sehen.

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