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Studie zu Generika

Wertschöpfung versus Kostendruck

18.11.2015
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Von Ev Tebroke, Berlin / Generika können mehr als nur Kosten sparen. Sie ermöglichen mehr Patienten den Zugang zu innovativen Arzneimitteln, verbessern die Gesundheitsversorgung und Therapietreue. Das geht aus einer Studie des IGES-Instituts hervor, die im Auftrag des europäischen Generika- und Biosimilarverbands entstanden ist.

Der Studie zufolge erhalten viele Patienten in Deutschland erst nach Patent­ablauf und Markteintritt von Generika Zugang zu modernen Arzneimitteltherapien. Die positive Marktdurchdringung von Generika zeigt sich beispielsweise bei blutdrucksenkenden Arzneimitteln. So erreichen Generika bei Antihypertensiva bereits zwei Jahre nach Patentauslauf der Original-Präparate 75 Prozent Marktanteil. 

 

Auch die Zahl der Verordnungen verdoppelt sich fast, während der Umsatz mit Mitteln dieser Wirkstoffgruppe nahezu konstant bleibt. Hier ermöglicht eine schnelle und starke Marktdurchdringung also wesentlich mehr Patienten Zugang zur Arzneimitteltherapie bei gleichen Ausgaben und somit höherer Kosteneffektivität.

 

Ähnlich positive Effekte für den Patientennutzen von Generika zeigt die Studie bei der Behandlung von Brustkrebs. In der Gruppe der Aromatasehemmer liegt der Markanteil von Generika zwei Jahre nach Markteintritt bei 90 Prozent. Der Umsatz von Medikamenten aus dieser Wirkstoffklasse fällt jedoch von knapp 70 Prozent auf fast 20 Prozent, bei gleichbleibender Verordnungshäufigkeit.

 

Eine kosteneffiziente Versorgung in der Breite ist nach Ansicht der Generikahersteller nur möglich, wenn ein reger Generikawettbewerb für sinkende Arzneimittelpreise sorgt. Enormer Kostendruck sowie Rabattverträge über den Patentauslauf hinaus stünden dem jedoch entgegen, so die Kritik. Hierzulande haben Generika einen Versorgungsanteil von 76 Prozent. Damit liegt Deutschland europaweit an der Spitze. Gleichzeitig verursachen sie hierzulande nur 10 Prozent der Arzneimittelausgaben der Kassen.

 

Aufgrund weiter fortschreitender Preisregulierung ziehen sich dem Branchenverband Progenerika zufolge immer mehr Hersteller aus dem Markt zurück. Die Konsequenz seien eine steigende Marktkonzentration bei versorgungsrelevanten Wirkstoffen, weniger Anbietervielfalt und letztlich Lieferengpässe bei Medikamenten, kritisierte der Vorstandsvorsitzende von Progenerika, Wolfgang Späth, am Dienstag in Berlin. /

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