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Bauchfett schadet auch Normalgewichtigen

18.11.2015
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Von Christina Müller / Die Verteilung des Körperfetts ist für das kardiovaskuläre Risiko von größerer Bedeutung als bislang angenommen. Ein hoher Stammfett­anteil ist laut einer US-amerikanischen Forschergruppe besonders gefährlich – auch bei Personen mit einem normalen Body-Mass-Index (BMI). Das geht aus einer Studie hervor, die jetzt in den »Annals of Internal Medicine« veröffentlicht wurde (DOI: 10.7326/M14-2525).

 

Das Team um Dr. Karine Sahakyan von der Mayo Clinic in Minnesota wertete den BMI sowie das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang (WHR) von mehr als 15 000 Menschen im Alter von 18 bis 90 Jahren aus und überprüfte, ob diese noch lebten. Alle Probanden hatten zwischen 1988 und 1994 an einer großen Gesundheits- und Ernährungsstudie in den USA teilgenommen.

 

Das Resultat: Bei den Teilnehmern mit einem normalen BMI und einem erhöhten WHR ermittelten die Wissenschaftler die schlechteste Langzeitüberlebensrate. So hatten etwa Männer mit einem BMI von 22 kg/m2 und einem WHR größer als 0,9 ein 2,2-fach höheres Sterberisiko als Probanden, die lediglich übergewichtig waren (BMI zwischen 25 und 29,9). Im Vergleich zu Männern mit einem ähnlichen BMI, aber ohne erhöhten Stammfettanteil war das Mortalitätsrisiko knapp doppelt so hoch. Bei den Frauen fiel das Ergebnis nicht ganz so deutlich aus, war aber dennoch signifikant. Für die Bewertung des kardiovaskulären Risikos sollten nach Ansicht der Forscher BMI und eine Methode zur Ermittlung des Stammfettanteils kombiniert werden. /

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