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23.11.2010  16:44 Uhr

Darmkrebsvorsorge wirkt

 

dpa / Die geregelte Darmkrebsvorsorge hat sich nach Darstellung von Medizinern bewährt. Von 2003 bis 2010 hätten dank des Programms fast 100 000 Darmkrebsfälle verhindert, und knapp 50 000 weitere Fälle in einem frühen und heilbaren Stadium entdeckt werden können, berichtete das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. »Diese großen Effekte sind umso erstaunlicher, als nur etwa 3 Prozent der Berechtigten pro Jahr am Früherkennungsprogramm teilnehmen«, sagte der DKFZ-Epidemiologe Hermann Brenner nach Angaben des Zentrums. Würden mehr Menschen das Früherkennungsangebot nutzen, ließen sich noch weitaus mehr Darmkrebsfälle in Deutschland verhindern. »Nach internationalen Erfahrungen gelingt dies am ehesten durch ein organisiertes Früherkennungsprogramm mit gezielten Einladungen«, sagte Brenner. Im Rahmen des nationalen Krebsplans würden dazu erste Modellprojekte vorbereitet. Die Darmspiegelung ist seit Oktober 2002 Bestandteil des deutschen gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung. Dieses bietet für Menschen ab 50 Jahren einen Test auf Blut im Stuhl an. Vom 55. Lebensjahr an können die Versicherten kostenlos an einer Früherkennungsdarmspiegelung teilnehmen und, sofern die Erstuntersuchung vor dem 65. Lebensjahr stattgefunden hat, nach zehn Jahren ein weiteres Mal. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass Darmkrebs langsam entsteht. Die Vorstufen seien bei einer Darmspiegelung gut zu erkennen und könnten noch während der Untersuchung entfernt werden. »Daher kann Darmkrebs weit besser als andere Krebsarten durch konsequente Früherkennung verhütet werden«, sagte Brenner.

 

Fatigue bestimmt Prognose

 

PZ / Patienten mit früher rheumatoider Arthritis, die an einer schweren Fatigue leiden, haben eine schlechte Langzeitprognose. Dies zeigen Daten des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, die von Gisela Westhoff und Angela Zink Anfang November beim Wissenschaftlichen Kongress des American College of Rheumatology in Atlanta (USA) präsentiert wurden. Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen Fatigue und Langzeitprognose bei 1057 Patienten mit früher rheumatoider Arthritis über acht Jahre. Drei Parameter waren nach ihrer Analyse mit einer ungünstigen Langzeitprognose vergesellschaftet, und zwar Fatigue, körperliche Funktion und Alter. Der Zusammenhang mit Fatigue zu Beginn der Erkrankung und einem ungünstigeren Krankheitsverlauf nach acht Jahren war stärker als mit dem Disease-Activity-Score (DAS 28). Die Autorinnen ziehen aus ihren Ergebnissen die Schlussfolgerung, dass Patienten mit starker Fatigue besonders große Aufmerksamkeit erfahren sollten. /

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