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Grippewelle bei Google

18.11.2008  14:16 Uhr

Grippewelle bei Google

Von Daniela Biermann

 

Beim nächsten Grippeausbruch könnte Google als Erster Alarm schlagen: Die Suchmaschinen-Spezialisten wollen ihre Statistiken epidemiologisch auswerten.

 

Im Frühjahr suchen mehr Menschen im Internet nach dem Begriff »Allergie«, im Sommer nach »Sonnenbrand« und zur Grippesaison nach »Grippe«. Das macht sich »Google Flu Trends« zunutze. Je mehr Nutzer einer bestimmten Region »Grippe« in die Suchmaschine eintippen, desto stärker ist dort die Epidemie. Nach eigenen Angaben gibt die Suchstatistik ein getreues Bild der Realität ab. Google hat dazu seine Nutzeranfragen mit den Daten der US-amerikanischen Behörde Centers of Disease Control and Prevention (CDC) verglichen. Tatsächlich stimmen die Werte überein, bestätigte der Epidemiologe Professor Dr. Neil Ferguson vom Imperial College London gegenüber dem Wissenschaftsmagazin »New Scientist«. Darüber hinaus könne »Google Flu Trends« einen Ausbruch um bis zu zwei Wochen eher registrieren und so früher Alarm schlagen, als dies bei den wöchentlichen CDC-Berichten möglich ist. Die Ausbrüche können zwar so nicht verhindert werden, doch das Gesundheitssystem könnte schneller darauf reagieren. Google. org schreibt auf seiner Website, dass das Fachjournal »Nature« eine Veröffentlichung zu der Untersuchung akzeptiert habe.

 

Über die interaktive Weltkarte GoogleEarth verfolgen Wissenschaftler bereits die Verbreitung und Mutationen des Vogelgrippevirus H5N1: www.nature.com/nature/googleearth/avianflu1.kml. (Das Anzeigen der Website benötigt die Installation des kostenlosen Programms GoogleEarth).

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